Im Test: Visual Watermark zum Schutz vor Bilderklau

Schluss mit Bilderklau

Fotografieren ist ein wunderbares Hobby. Es fließt viel Zeit und Herzblut hinein, um die besten Motive zu finden und im richtigen Moment festzuhalten. Hinzu kommt die anschließende Bearbeitung, um den letzten Schliff zu erhalten. Grund genug, sich auch mit dem Schutz der eigenen Bilder zu beschäftigen.

Denn das Anfertigen guter Fotos bedeutet für jeden Fotografen nicht nur viel Aufwand, sondern kostet auch Geld – und meist nicht gerade wenig. Gute Fotos sind Geld wert, wie man an den Preisen von Profifotografen und Fotoagenturen sehen kann. Dasselbe gilt für alle diejenigen, die beruflich mit Fotos zu tun haben. Gute Produktfotos für die eigene Webseite schießen sich nicht von selbst.

Zeit, sich vor Fotodiebstahl zu schützen

Doch leider hat die digitale Revolution auch dazu geführt, dass einige Zeitgenossen glauben, alles sei gratis. So wundert es wenig, dass der Diebstahl von Fotos im Internet zugenommen hat. So kann es vorkommen, dass ein Foto von euch auf einmal als Hintergrund für eine Webseite oder in Facebook auftaucht, auf eBay von der Konkurrenz verwendet oder womöglich gar zum Verkauf angeboten wird. Dass ihr von dem Erlös keinen Cent bekommt, versteht sich von selbst.

Um den digitalen Langfingern zu entgehen, solltet ihr vorsorgen. So empfehle ich euch, die eigenen Fotos nie als Raw-Daten oder in hoher Auflösung im Internet zu verwenden. Und wenn ihr Bilder veröffentlicht, verseht sie mit einem Wasserzeichen. Es schützt eure Fotos und weist zugleich auf euch als Fotografen hin.

Programme zum Erstellen von Wasserzeichen gibt es viele, aber die meisten sind nicht wirklich praktisch oder unausgereift. In der Praxis und auf professionellem Niveau beweisen sich nur wenige. Im heutigen Testbericht möchte ich euch daher eine Software vorstellen, die euch die Arbeit abnimmt: Visual Watermark von Portfoler.

Visual Watermark – Wasserzeichen intuitiv integrieren

Visual Watermark ist übersichtlich gestaltet und für Windows sowie Mac in deutscher Sprache erhältlich. Mit dem Programm könnt ihr Fotos im Stapelverfahren mit eurem Wasserzeichen versehen, was praktisch ist und viel Zeit spart. Visual Watermark ist zudem besonders flexibel und lässt euch auch im Stapelverfahren einfach Ausnahmen festlegen. Ein Beispiel: Ihr wollte für eine Fotostrecke die Wasserzeichen immer unten links haben, aber bei den Fotos 5 und 11 nicht. Dort soll es rechts sein, damit das Motiv nicht verdeckt wird. Mit Visual Watermark ist das kein Problem.

Die Software ist in 3 kostenpflichtigen Varianten erhältlich: Eine Basic-Version (ca. 20 EUR) zur privaten Nutzung sowie die Plus-Version (ca. 30 EUR) und die Premium-Version (ca. 40 EUR) zur kommerziellen Nutzung. Die Plus- und Premium-Version unterscheiden sich in der Anzahl der Computer, Schriftarten, Vorlagen, Wasserzeichen und der Geschwindigkeit. So erlaubt die Plus Version die Nutzung auf 2 Computern, die Premium Version hingegen auf bis zu 10. Die Unterschiede im Detail findet ihr auf der Seite des Entwicklers. Im Test habe ich mir die Premium-Version angeschaut.

In wenigen Schritten eure Bilder schützen

Ein großer Vorteil von Visual Watermark ist aus meiner Sicht die intuitive Bedienung. Alle Einstellungen sind an den richtigen Stellen zu finden und das Programm führt euch durch den Prozess von der Bildauswahl über die Gestaltung des Wasserzeichens bis hin zur Integration in eure Bilder. Und so funktioniert’s…

1. Bilder auswählen

Ihr könnt Fotos ganz einfach per Drag and Drop hinzufügen. In der Programmoberfläche seht ihr zudem eine verkleinerte Vorschau eurer Bilder.

2. Wasszeichen anlegen

Euer eigenes Wasserzeichen gestaltet ihr im nächsten Schritt. Zur Auswahl stehen ein individueller Text, euer Logo oder Vorlagen. Verwendet ihr ein Textwasserzeichen stehen über 250 Schriftarten zur Verfügung. Zusätzlich lässt sich Farbe, Größe und Transparenz problemlos anpassen. Auch kann euer Wasserzeichen komplett gekachelt über das Bild gelegt werden. Zahlreiche Effekte ermöglichen es euch, Effekte wie Schatten oder Outline hinzuzufügen.

Genauso einfach klappt die Integration eures Logos als Wasserzeichen. Ich habe das fotobeam-Logo als PNG hinzugefügt und mit den Schiebereglern die Größe und Transparenz angepasst…fertig! Alternativ könnt ihr Logo-Vorlagen wählen, bei denen euch verschiedene Icons zur Auswahl stehen. Auch hier könnt ihr noch Effekte auf euer Logo anwenden. Wie bereits erwähnt, lassen sich auch Vorlagen benutzen. Visual Watermark liefert bereits 10 Wasserzeichen-Templates mit, die ihr nach Belieben anpassen könnt.

3. Vorlage individuell gestalten

Im nächsten Schritt legt ihr den Ausgabeordner fest. Damit ist auch sichergestellt, dass eure Originalfotos nicht überschrieben werden. Sollten die Bilder unterschiedlich groß sein, lässt sich hier auch festlegen, dass das Wasserzeichen immer korrekt eingebunden wird. Zusätzlich könnt ihr Bildformat (PNG, GIF, TIFF, BMP) und Qualität der Ausgabe (mittel bis maximal) auswählen. Auch die Ausgabegröße lässt sich ändern, ebenso die Benennung und Nummerierung eurer Fotos. Letztlich ist noch die Integration eines Copyright-Textes in die Exif-Metadaten eurer Bilder möglich. Mit der Vorschaufunktion könnt ihr euch nochmal das finale Ergebnis anschauen. Passt alles, genügt ein Knopfdruck, um euer Wasserzeichen zu integrieren.

4. Fertige Bilder mit Wasserzeichen

Nachdem Visual Watermark die Wasserzeichen hinzugefügt hat, seht ihr das Ausgabefenster mit dem Status zu jedem Bild. Ihr könnt jetzt eure Fotos begutachten und das Wasserzeichen als Vorlage exportieren. Standardmäßig wird das zuletzt verwendete Wasserzeichen bei der nächsten Session wieder benutzt. Visual Watermark legt das Wasserzeichen beim Export im eigenen vwm4-Format ab. Ein Doppelklick auf diese Datei öffnet das Programm mit dem Wasserzeichen zur weiteren Verwendung.

Im Test klappte die Integration meines Wasserzeichens bei allen Bildern – ob im Hoch- oder Querformat – problemlos. Die Geschwindigkeit konnte in der Premium-Variante von Visual Watermark ebenso überzeugen.

Schutz vor dem Entfernen von Wasserzeichen

Das bringt uns zu einem aktuellen Problem, das immer mehr um sich greift. Es geht um die automatische Entfernung von Wasserzeichen. Google selbst hat einen Algorithmus entwickelt, der anhand mehrerer Fotos lernen kann, was auf einem Foto ein Wasserzeichen ist. Mit dieser Information kann das Programm dann die einzelnen Pixel des Wasserzeichens entfernen und sie durch andere ersetzen. Im Ergebnis wird damit euer Wasserzeichen Pixel für Pixel entfernt, so dass am Ende wieder das ganze Bild ohne Wasserzeichen vorhanden ist. Erschreckend, nicht? Auch andere Programme versuchen sich mittlerweile am Entfernen von Wasserzeichen. Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders.

Visual Watermark hat hier eine wirksame Gegenstrategie parat, die euch auf Wunsch vor automatischer Erkennung schützt. Der Strategie liegt das Wissen zugrunde, dass das Entfernungsprogramm lernt, indem es Muster erkennt. Das Programm geht also die Pixel und Linien eines Fotos durch und merkt sich diese. Trifft es auf dem nächsten Foto auf ähnliche Linien oder Pixel, erkennt es diese als ein mögliches Wasserzeichen. Hat das Programm genügend Fotos analysiert, kann es damit sicher sein, welche Pixel und Linien in den Fotos das Wasserzeichen bilden und diese dann entfernen.

Visual Watermark wirkt dem entgegen, indem es auf Wunsch jedes Wasserzeichen automatisch leicht verzerrt. Das ist optisch für einen menschlichen Betrachter nahezu nicht wahrnehmbar, für das Entfernungsprogramm aber schon. Es erkennt jetzt keine „gleichen“ Linien und Pixel mehr und kann damit nicht feststellen, was das Wasserzeichen im Foto ist. Dementsprechend kann es das Wasserzeichen auch nicht mehr entfernen. Eine clevere Idee. Die Funktion findet ihr in der Effektliste beim Gestalten eures Wasserzeichens. Sie ist durch ein Sternsymbol gekennzeichnet. Benutzt ihr diesen Effekt, verändert Visual Watermark euer Wasserzeichen ganz leicht, um eine Mustererkennung durch Entfernungssoftware zu verhindern.

Fazit

Ich kann Visual Watermark jedem empfehlen, der seine Fotos effektiv schützen möchte. Das Programm ist intuitiv zu bedienen und bietet eine kontextsensitive Hilfe in deutscher Sprache. Hinzu kommen regelmäßige, kostenlose Updates. Wie es sich gehört, bietet Visual Watermark auch die Möglichkeit, das Programm 30 Tage kostenlos zu testen. Ihr könnt also alles in Ruhe zuhause ausprobieren und kennenlernen. Wenn euch das Programm überzeugt, schaltet ihr es einfach frei. Den gebotenen Leistungsumfang finde ich mit einem Preis von 20 bis 40 EUR als angemessen.

  • Pro
    • intuitive Bedienung
    • Stapelverarbeitung mit Ausnahmen
    • vielfältige Anpassungsmöglichkeiten
    • zahlreiche Vorlagen
    • gute Performance
    • Einmalpreis statt Abo-Modell
  • Contra
    • Funktion zum Schutz vor Entfernen von Wasserzeichen schwer zu finden
  • Gesamtbewertung:

  • 95/100
    Punkten

Link zum Anbieter

Portfoler: www.visualwatermark.com/de/

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2 Kommentare

  1. Hi Thomas,

    I’m author of Visual Watermark. The biggest advantage of Visual Watermark compared to free apps is flexibility and convenience. The way you design a watermark, how easy you can start.

    On other hand Lightroom is way more expensive than Visual Watermark and also very difficult to use for an average person. It’s tool of the trade for a pro photographer, but for an average person in need of protecting his images, it’s an overkill. If you already own Lightroom, it’s the way to watermark your photos. However, there are millions of people who publish their photos online and don’t use Lightroom.

  2. Hallo,

    danke für den Beitrag. Nur das was die Software macht, machen viele kostenlose Programme ebenso einfach und schnell. RAW Konverter wie Lightroom oder Capture One erledigen es beim Export sogar automatisch. Warum sollte ich mir dafür zusätzlich ein kostenpflichtiges Programm installieren?

    Der bereits angesprochenen Google Algorithmus ist ein Forschungsprojekt, es gibt ihn nicht einfach als fertiges Programm zu kaufen. Es ist also lange nicht so dramatisch wie es sich vielleicht anhört. Jedenfalls nicht für (Hobby)Fotografen.

    Welcher Fotograf möchte seine Fotos, die er im Netz präsentiert, komplett mit einem Wasserzeichen überziehen? Oder ein riesiges Logo ins Zentrum pappen? Die meisten bevorzugen ein dezentes Logo in einer Ecke des Bildes, was man einfach wegschneiden könnte.

    Ich sehe in dem Programm keinen Vorteil gegenüber kostenloser Software. Zumal Wasserzeichen noch nie vor Bilderklau geschützt haben.

    MfG Thomas

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