Nik Collection 2 by DxO: Lohnt sich das Update?

Einleitung

Nik Collection 2 ist da

Die Nik Collection hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich – früher eine eigenständige Software, folgte später die Übernahme durch Google und letztlich der Verkauf an DxO. Google hatte dabei zuletzt nicht besonders geglänzt und die Entwicklung der beliebten Fotobearbeitungs-Plugins nicht vorangetrieben. Am Ende sah es sogar nach einer Einstellung des Produktes aus…bis schließlich DxO, Hersteller der RAW-Software DxO Photolab (vormals DxO Optics Pro), einsprang.

Der Softwarehersteller übernahm die Nik Collection und brachte 2018 eine neue kommerzielle Version heraus. Diese hatte jedoch nur wenige Verbesserungen und primär einige Bugfixes vorzuweisen. Neue Features suchten Anwender vergebens. Jetzt wurde die neue Nik Collection 2 by DxO für Adobe Photoshop, Lightroom Classic und Elements herausgebracht und es stellt sich die Frage nach den Neuerungen. Ich hab mir die Software mal angeschaut und geb euch ein paar Einblicke.

Das ist neu in der Nik Collection 2 by DxO

Laut DxO bringt das Update folgende Neuerungen mit sich:

  • 42 neue Voreinstellungen (Presets)
  • Unterstützung für hochauflösende (HiDPI) Bildschirme
  • DxO PhotoLab 2.3 ESSENTIAL Edition zur RAW-Bildbearbeitung

Neue Voreinstellungen

Die Nik Collection ist schon immer wegen der Qualität ihrer kreativen Filter beliebt.  Diese lassen sich schnell und einfach auf Bilder anwenden, auch mehrere Filter in Kombination. In der neuen Version hat DxO der Nik Collection jetzt 42 neue Voreinstellungen (Presets) verpasst. Was genau heißt das? Presets sind die erwähnte Kombination von Filtern. Es handelt sich also de facto nicht um neue Filter, sondern um bereits vorausgewählte Filterkombinationen. Diese hat der Anbieter unter dem Begriff „En Vogue“ zusammengefasst.

In Summe findet ihr in Color Efex Pro nun 10 neue Voreinstellungen, in Silver Efex Pro ebenfalls 10 neue Schwarzweiß-Voreinstellungen, in HDR Efex Pro sind es 12 HDR-Voreinstellungen und in Analog Efex Pro wiederum 10 neue Presets. Auch wenn ihr prinzipiell solche Kombinationen selber erstellen könnt, ist es schon eine Erleichterung diese Presets zu haben.

Unterstützung hochauflösender Bildschirme

Ein Problem in der Vergangenheit war die fehlende Unterstützung hochauflösender Bildschirme in der Nik Collection. Im Ergebnis waren Schriften und Menüeinträge beispielsweise auf 4k-Monitoren sehr klein oder die Ansicht war verpixelt. Das hat die Bedienung unnötig erschwert. Findige Anwender konnten sich zumindest unter Windows mit einem Registry-Hack zur Optimierung der 4k-Anzeige in Photoshop aushelfen. Das ist jetzt glücklicherweise nicht mehr nötig! Die Nik Collection 2 by DxO unterstützt jetzt hohe Auflösungen in Color Efex Pro, Silver Efex Pro, HDR Efex Pro und Analog Efex Pro. Das ist löblich. Unverständlich ist allerdings, dass nicht alle Module die Unterstützung hochauflösender Monitore bieten. So hat DxO es versäumt, Viveza 2 und den Sharpener Pro anzupassen. Gerade bei Viveza 2 ist das aus meiner Sicht bedauerlich. Ich verwende das Plugin regelmäßig in Photoshop, um punktuelle Korrekturen auf Fotos vorzunehmen.

Hoffen wir mal, dass DxO auch in Viveza und Sharpener Pro die Unterstützung für hochauflösende Monitore nachreicht. Immerhin ist ein Anfang gemacht.

DxO Photolab 2 mit an Bord

Seit vielen Jahren verwende ich die RAW-Entwicklungssoftware von DxO – früher noch unter dem Namen DxO OpticsPro, heute als DxO Photolab. Die Software überzeugt aus meiner Sicht durch einen sauberen Workflow, professionelle Anpassungen und die automatische Korrektur von optischen Verzerrungen. Im Lieferumfang der neuen Nik Collection findet ihr ab sofort die DxO PhotoLab 2.3 Essential Edition.

Damit stehen euch mächtige Werkzeuge zur Entwicklung und Optimierung eurer Bilder zur Verfügung – von Rauschunterdrückung, über Belichtungskorrektur bis hin zu perspektivische Korrekturen. Die Nik Collection 2 wurde als separate Schaltfläche in DxO Photolab 2 integriert. Ihr findet sie unten im Bildbrowser. Durch ein Klick darauf öffnet sich ein Auswahlmenü und ihr könnt euch für einen Nik Filter entscheiden, z.B. Color Efex Pro. Daraufhin wird das ausgewählte RAW-Bild entwickelt und es öffnet sich ein separates Fenster, wo ihr die bekannten Colore Efex Pro Einstellungen findet.

Die Integration klappte im Test problemlos. Wir ihr jedoch bemerkt habt, finden die Korrekturen nicht auf dem RAW-Ausgangsmaterial statt, sondern erst auf dem fertig entwickelten Bild. Möchtet ihr beispielsweise punktuelle Korrekturen auf euren RAW-Fotos vornehmen, müsst ihr die U-Point Technologie von DxO Photolab nutzen. Diese ist seit einiger Zeit fester Bestandteil der Software und erlaubt gezielte Korrekturen auf bestimmte Bildbereiche, besitzt aber nicht die Filterfunktionen der Nik Collection.

Übrigens könnt ihr von der Essential Edition auf die Elite Edition upgraden, wenn ihr Wert auf die Premium-Features legt. Eine Übersicht der Unterschiede findet ihr auf dieser Seite.

Fazit: Lohnt sich das Update?

Die neue Nik Collection 2 bietet vor allem Änderungen im Detail – beginnend bei den neuen Presets bis hin zur Unterstützung hochauflösender Monitore. Die Beigabe von DxO Photolab 2 in der Essential Edition ist eine gute Idee. Gerade Einsteigern in die RAW-Bildentwicklung wird so ein interessantes Produktpaket an die Hand gegeben. Denn sowohl die klassische RAW-Enwicklung als auch fortgeschrittene Filtereffekte sind im Zusammenspiel möglich.

Solltet ihr noch die alte Google Nik Collection im Einsatz haben, lohnt sich aus meiner Sicht der Umstieg. Auch für Anwender, die bisher keine RAW-Software besitzen, ist die Nik Collection 2 by DxO eine interessante Anschaffung und mit einem Preis von 99 EUR noch im bezahlbaren Rahmen. Alle anderen, sollten sich den Kauf überlegen und entscheiden, welche der vorgestellten Funktionalitäten ihnen wichtig sind.

  • Pro
    • hochwertige Filter zur Bildbearbeitung
    • Unterstützung hochauflösender Monitore
    • Integration von DxO Photolab 2 zur RAW-Entwicklung
    • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Contra
    • Viveza und Sharpener Pro ohne Unterstützung hochauflösender Monitore
    • Nik Filter lassen sich nicht direkt auf RAW-Bilder anwenden
  • Gesamtbewertung:

  • 90/100
    Punkten

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