Im Test: Multi-WordPress Management mit InfiniteWP Teil 2/2

Einleitung

Im ersten Teil meines Tests von InfiniteWP habe ich euch die grundlegenden Funktionalitäten der Lösung zum Management mehrerer WordPress Webseiten vorgestellt. Diese umfassen im Wesentlichen das Installieren und Aktualisieren von Plugins, Themes und der WordPress Installation sowie die Datensicherung verschiedener WordPress Webseiten. Im zweiten Teil möchte ich euch zwei der kostenpflichtigen Addons vorstellen:

  • den Malware Scanner und
  • das Google Analytics Addon.

Die Plugins sind über die Webseite oder das Admin Panel von InfiniteWP zu erwerben und aktivieren sich im Admin Panel von InfiniteWP. Eine Installation in eure verschiedenen WordPress Webseiten ist nicht notwendig.

Premium Funktionalitäten durch Addons

Kostenpflichtige Erweiterungen Bereits in der Grundausstattung kann man die häufigsten Aufgaben im Management von WordPress Installationen beschleunigen, vereinfachen und zentralisieren.

Dennoch gibt es einige Punkte, wo diese kostenlosen Features ihre Grenzen erreichen. An dieser Stelle greifen die kostenpflichtigen Addons, welche über das Menü „Addons“ oder auf der Webseite des Herstellers erhältich sind, siehe Bild. Eine Begrenzung auf eine bestimmte Anzahl Blogs gibt es dabei nicht. Ihr könnt also die erworbenen Addons für beliebig viele Webseiten verwenden.

Zum Zeitpunkt des Tests waren diese Erweiterungen verfügbar:

  • Client Reporting: individuelle Reports mit eigenem Logo
  • WP Maintenance: Aufräumen eurer WordPress Installation (Revisionen, Drafts, Spam, Kommentare, Datenbank)
  • Uptime Monitor: Überwachen eurer Seiten und Benachrichtigung im Problemfall
  • Malware Scanner: Prüfen der WordPress Installationen auf Schadprogramme
  • Google Analytics: Integration von Statistiken als Dashboard in InfiniteWP
  • Install / Clone WordPress: Installationen verwalten und klonen
  • Schedule Backups: Backups mit Zeitfenstern planen
  • Backup to Repositories: Backups auslagern zu Amazon S3, Dropbox oder externen FTP-Servern
  • Manage Users: zentrales WordPress Nutzermanagement (Anlegen, Löschen, Ändern von Rollen und Passwörtern)
  • Code Snippets: PHP Code ausführen
  • Client Plugin Branding: InfiniteWP Client Plugin mit eigenem Logo versehen oder in der Plugin-Liste verstecken

Diese Addons bieten zahlreiche nützliche Funktionalitäten. Zu meinen Favoriten gehören die Erweiterungen der Backup Funktionalität sowie das Google Analytics und Malware Scanner Addon. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass es die Funktionalitäten der beiden Backup Addons in einer einzigen kostenpflichtigen Erweiterung gegeben hätte.

Beim Kauf eines Addons sind Updates und Support für ein Jahr enthalten. Anschließende Updates können dann ebenfalls jährlich erworben werden. Falls ihr euch für mehrere Addons interessiert, kann sich ein Blick auf die aktuellen Bundle Angebote lohnen, mit denen sich zum Teil erheblich Geld sparen lässt.

Im Folgenden möchte ich euch die zwei Addons „Malware Scanner“ und „Google Analytics“ vorstellen.

Malware Scanner

Im Artikel WordPress Hacker ausgesperrt erfahrt ihr mehr über den Schutz eures Blogs.
In Zeiten, in denen Angriffe auf Webseiten zur Tagesordnung gehören, kann man nie 100%ig sicher sein, ob die eigene Webseite mit Schadcode infiziert wurde. An dieser Stelle greift der Malware Scanner, welcher für 49 Dollar erhältlich ist. Im Admin Panel klickt ihr unter dem Menüpunkt „Protect“ auf „Malware Scan“, Bild 1. Wenn ihr „Scan Now“ wählt, werden eure WordPress Webseiten untersucht. Sind eure Seiten sauber, erscheint ein grüner Haken hinter dem Eintrag. Dort könnt ihr euch auch die Details der Analyse anzeigen lassen. So seht ihr in der Übersicht, ob Schadcode, verdächtige Weiterleitungen oder andere Anomalien gefunden wurden, Bild 2.

  • Ergebnis der Analyse

    Bild 1

  • Alle Ergebnisse im Detail

    Bild 2

  • Details der Webseite

    Bild 3

  • Blacklist Status

    Bild 4

Interessant ist auch die Übersicht mit Details zu eurer Webseite, Bild 3. Im letzten Fenster seht ihr schließlich, ob die eigene Webseite irgendwo auf einer Blacklist steht, Bild 4. Diese Funktionalität kann auch interessant sein, falls ihr von eurer Domain Newsletter versendet. Erscheint ihr damit auf einer Blacklist, stehen die Chancen schlecht, dass eure Newsletter zugestellt werden.

Google Analytics

Das Abrufen von Google Analytics Statistiken kann bei mehreren Blogs schnell aufwändig werden. An dieser Stelle greift dieses Addon, welches ein übersichtliches Dashboard mit den wichtigsten Informationen liefert. Damit das funktioniert, müsst ihr zunächst grundlegende Einstellungen vornehmen. Dazu klickt ihr im InfiniteWP Admin Panel rechts oben auf das Zahnrad. Dort findet ihr nach dem Kauf und der Aktivierung des Addons einen Eintrag „Google Analytics“, Bild 5. Dort müsst ihr Informationen von eurem Google Account hinterlegen. Wie genau das funktioniert, wird vom Hersteller hier erklärt. Habt ihr die Schritte befolgt, ist euer Google Account mit InfiniteWP verbunden und liefert die notwendigen Statistiken direkt ins Admin Panel, Bild 6. In meinem Test funktionierte das Verknüpfen des Google Accounts mit InfiniteWP ohne Probleme.

  • Grundeinstellungen

    Bild 5

  • Dashboard mit Statistiken

    Bild 6

Ihr könnt zwischen einer wöchentlichen und monatlichen Ansicht wählen. Dabei werden die entsprechenden Kurven vergleichend angezeigt und auch die wichtigsten Werte eingeblendet. Dazu gehören beispielsweise die Anzahl Besucher, Seitenaufrufe oder auch die durchschnittliche Besuchsdauer. Alles in allem bietet das Addon die wesentlichen Informationen auf einen Blick. Schön wäre es, wenn zukünftig noch mehr Anpassungsmöglichkeiten vorhanden wären.

Erweiterte Einstellungen

Über das Zahnrad im Admin Panel rechts oben sind weitere Einstellungen möglich. So könnt ihr eure Login-Daten ändern und festlegen, ob ihr über Updates von Plugins, Themes oder der WordPress Installation via E-Mail benachrichtigt werden möchtet, Bild 7. Dafür ist es notwendig einen eigenen Cron Job anzulegen. Da sich dies von Hoster zu Hoster stark unterscheidet, möchte ich an dieser Stelle nicht darauf eingehen. InfiniteWP gibt auf dieser Seite unter dem Punkt „Setting up a cron job“ einige Beispiele.

  • Account anpassen

    Bild 7

  • Zugriff anpassen

    Bild 8

Unter dem Eintrag „App Settings“ lässt sich der Zugriff von InfiniteWP steuern, Bild 8. So könnt ihr den Zugriff auf das Admin Panel auf bestimmte IPs begrenzen oder auch die maximal erlaubte Anzahl von Serveranfragen festlegen. Außerdem wird hier der Nutzername und das Passwort für Webseiten mit Verzeichnisschutz hinterlegt.

Wenn ihr die Einstellungen für eure WordPress Webseiten anpassen möchtet, müsst ihr mit der Maus über die entsprechende Webseite in der linken Leiste fahren und im erscheinenden Menü auf „Edit site details“ klicken. Dort lassen sich Webseiten in Gruppen zusammenfassen, um die Administration zu vereinfachen, Bild 9. Ebenso könnt ihr hier für eine einzelne Webseite denVerzeichnisschutz anpassen, Bild 10. Unter dem letzten Punkt kann schließlich der Content- und Verbindungstyp festgelegt werden, Bild 11. Ich habe an diesen Einstellungen keine Änderungen vorgenommen.

  • Gruppen zuweisen

    Bild 9

  • Verzeichnisschutz

    Bild 10

  • Verbindungstyp

    Bild 11

  • detaillierte Ansicht aller Aktionen

    Bild 12

Im Activity Log habt ihr jederzeit einen Überblick aller vorangegangenen Aktionen, Bild 12. So seht ihr wann eine Aktion stattfand und was genau passiert ist. Wenn ein Fehler aufgetreten ist, wird dieser Rot hervorgehoben und ihr könnt euch die Details dazu anschauen.

Fazit

InfiniteWP ist ein mächtiges Werkzeug, welches das zentrale Management von mehreren WordPress Installationen umfassend erleichtert. Die Installation erfordert etwas technisches Geschick, lässt sich aber vom versierten WordPress Betreiber problemlos bewerkstelligen. Positiv hervorzuheben ist der Funktionsumfang, welcher bereits kostenlos verfügbar ist. Die meisten Anwender dürften damit ihre grundlegenden Anforderungen bewältigen können.

Über die separat erhältlichen Addons stehen zudem sinnvolle Erweiterungen zur Verfügung, die in einem jährlichen Preismodell verfügbar sind. Hier muss jeder für sich entscheiden, ob und welche Funktionalitäten er benötigt. InfiniteWP bekommt von mir eine klare Empfehlung zum für ein zuverlässiges Multi-WordPress-Management. Ob ihr Betreiber mehrerer Blogs oder eine Web-Agentur seid – die Lösung zum zentralen Management von WordPress Webseiten spart Zeit und Geld.

  • Pro
    • Zentrale Verwaltung mehrerer WordPress Installationen
    • Praktische, kostenlose Grundfunktionen
    • Stabil und zuverlässig im Betrieb
    • Intuitive Weboberfläche
    • Flexibel über Addons erweiterbar
    • Modulares Preismodell
    • Regelmäßige Updates
  • Contra
    • Installation verlangt technisches Grundverständnis
    • Addon Preise jährlich, keine Einmalzahlung
    • Oberfläche nicht mehrsprachig
    • Backup-Funktionalität auf 2 kostenpflichtige Addons verteilt
  • Gesamtbewertung:

  • 85/100
    Punkten

Link zum Anbieter

Revmakx: InfiniteWP

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14 Kommentare

  1. Hallo,
    hab es mal in meiner Testumgebung eingerichtet und 2 Blogs hinzugefügt.
    Für beide Blogs wäre ein Update von 4.5.1 auf 4.5.2 sowie ein Plugin verfügbar.
    Es wird mir in der zentralen Oberfläche nur die 2 Plugins angezeigt.
    Ist das bei dir auch so?
    Danke für den Artikel.

    • Hallo Martin,

      nein, bei mir werden sämtliche Updates angezeigt: WordPress, Themes, Plugins und Sprachdateien von WordPress. Aktivier doch mal „Clear Cache“ und mach ein Reload Data.

      Grüße,
      Andreas

  2. Hi Zusammen,

    Ich wollte mir das Plugin auch schon seit langem zulegen, allerdings hatte ich auch bedenken wegen der Sicherheit, da die Seiten alle zentralisiert werden und dadurch auch leichter für Hackangriffe bereitstehen. Du schreibst in dem Artikel dass die Addons jeweils für ein Jahr bezahlt werden. Auf der Seite steht allerdings: „Buy one and use on unlimited Sites for Life“. Der Support ist ein Jahr gratis dazu! Habe ich da was übersehen!?

    • Hallo Kevin,

      Sicherheit sollte man immer im Auge behalten. Hier hast du zumindest die Hoheit über deine Daten. Bei anderen Anbietern musst du sie auf deren Webseite hinterlegen. Bzgl. des Preises: Wenn du kaufst, sind Updates und Support für 1 Jahr enthalten. Das „unlimited for life“ bezieht sich dann zwar auf die unbegrenzte Nutzung, aber aber dem 2. Jahr dann ohne Updates, wenn du nicht verlängerst.

      Grüße,
      Andreas

  3. Hallo Andreas,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Test. Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt InfiniteWP einzusetzen, wobei ich einige Bedenken zur Sicherheit hatte. Ich hab mich am Ende dann doch dazu hinreisen lassen.. 😉 Das einzige Problem, welches ich z.Z. habe ist, dass mein Hoster, bzw. das Paket, welches ich nutze, keine Cron Jobs anbietet/unterstützt. Jetzt bin ich aber auf cronjob(dot)de gestoßen und bin schon am suchen, wie ich die Updateprüfung von einem externen CronJob Anbieter erledigen lassen kann..

    Hast du vielleicht eine Idee?

  4. Das hört sich doch alles schon sehr gut an. Ich werde das gute Stück mal diese Wochen installieren. Bei mir sind zwar nur 3 Blogs betroffen, aber alleine schon das zentrale Updatemanagement ist spitze. Danke für die Vorstellung.

  5. Danke für die lesenswerte und ausführliche Vorstellung!
    Ich hab InfiniteWP vor Kurzem installiert und find‘ es sehr bequem und intuitiv zu nutzen. Klar, am Anfang hat man etwas Arbeit – je nachdem, wieviele Login-Daten man eintragen muss. Aber das ist ja zum Glück ein einmaliger Aufwand. Die Möglichkeit via InfinititeWP direkt ins WordPress-Backend zu gelangen ist gut umgesetzt und gefällt mir.

    Ich schau mir das mal weiter an, denn bisher musste ich nur ein, zwei Updates machen. (Antispam Bee habe ich zB. auf jedem Blog installiert … und da gab es kürzlich ein Update.)

    Grüße,
    Ralf

  6. Hallo Andreas,

    ich habe InfiniteWP seit einiger Zeit im Gebrauch, weil ich nach einer kostengünstigen Lösung suchte, meine inzwischen an die 20 WP-Installationen zentral zu verwalten. Dabei hatte ich wie Du das bestreben, die Hoheit über meine Daten zu behalten.
    Ich finde es cool, vom eigenen Server aus sowohl eigene als auch Kundendomains zentral überwachen zu können, ganz egal wo in der welt sie gehostet sind, was die Aktualität der Plugins angeht.
    Für mich ist das InifiniteWP Dashboard der zentrale Startpunkt für die tägliche Arbeit geworden.

    Gruß
    Olaf

  7. Ich kann’s ehrlich gesagt nicht empfehlen. Einige Plugins haben bei mir Probleme gemacht. Dann doch lieber pro Blog eine separate WP-Installation, hält das Projekt deutlich flexibler! 😉

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