Im Test: Multi-WordPress Management mit InfiniteWP Teil 1/2

Einleitung

Viele Blogs = Viel Aufwand

Was bei einem WordPress Blog nach einfach anmutet, wird spätestens bei zwei oder mehr Webseiten zur Herausforderung: Die Verwaltung der verschiedenen Installationen mit den individuellen Einstellungen. Dann wird es zunehmend schwerer den Überblick zu behalten: Ist die WordPress Installation aktuell? Sind die Plugins auf dem neuesten Stand? Müssen Kommentare freigegeben werden? Läuft die Datensicherung? Wie sehen die Besuchsstatistiken aus? Diese und viele andere Fragen verlangen nach einer Antwort. Jeden WordPress Blog einzeln zu verwalten, bringt einen hohen Aufwand mit sich und ist wenig zielführend.

Eine Variante diese Herausforderung zu lösen, ist das WordPress-eigene Multisite Feature. Es ermöglicht mehrere Blogs unter einer Installation zu verwalten. Allerdings sollten hier auch die Nachteile bedacht werden: Ein Problem beim WordPress- oder Plugin-Update legt alle Blogs lahm. Manche Plugins sind nicht geeignet für Mulitsite Konfigurationen. Und mehrere Blogs in einer Installation zu betreiben, hat in der Regel auch einen höheren Ressourcenbedarf zur Folge. So kann beispielsweise der vorhandene Arbeitsspeicher einer günstigen Shared-Umgebung, die Gesamt-Performance schnell an ihre Grenzen führen.

Eine für alle

An dieser Stelle können Lösungen von Drittanbietern hilfreich sein. Der unbestrittene Platzhirsch ist sicherlich ManageWP. Der Anbieter offeriert nach Registrierung ein zentrales Dashboard zur Verwaltung der eigenen Blogs. Der Preis richtet sich dabei nach der Anzahl zu verwaltender WordPress Installationen. In diesem Test stelle ich euch jedoch eine spannende Alternativ vor: InfiniteWP. Ich setze die Lösung bereits seit mehreren Wochen ein und möchte an dieser Stelle meine Erfahrungen teilen.

Ihr fragt euch jetzt sicherlich warum? Die Antwort ist simpel: Um ManageWP einsetzen zu können, müsst ihr die Zugangsdaten eurer WordPress Installation beim Anbieter hinterlegen. Ich möchte jedoch die Hoheit über diese Daten behalten und die Lösung zum WordPress Management selber betreiben. Genau hier setzt InfiniteWP an. Es lässt sich auf eurem eigenen Server installieren und erlaubt es mit nur einem einzigen Login all eure WordPress Webseiten zu verwalten.

InfiniteWP ist in seinen Grundfunktionen kostenlos. Ihr könnt damit wesentliche Aufgaben für eine unbegrenzte Anzahl an WordPress Blogs realisieren: Updates von Plugins, Themes und WordPress-Installationen mit nur einem Klick, manuelle Sicherung und Wiederherstellung von WordPress Installationen, zentrale Verwaltung von Plugins und Themes. Weitere Funktionalitäten sind über kostenpflichtige Addons verfügbar. Dazu im zweiten Teil des Testberichts mehr.

Im Test von InfiniteWP stelle ich euch die Installation, den Einsatz und die zahlreichen Erweiterungen der Multi-WordPress-Managementlösung detailliert vor. Viel Spaß beim Lesen!

Installation

Im Wesentlichen besteht InfiniteWP aus zwei Komponenten:

  1. Das Client Plugin, dass ihr aus dem WordPress Plugin-Verzeichnis installieren könnt.
  2. Das Admin Panel, welches lokal auf eurem Server installiert wird.

Im Zusammenspiel realisieren diese beiden Komponenten die Kommunikation zwischen eurer WordPress Webseite und dem Administrations-Backend von InfiniteWP. Wenn ihr also beispielsweise das Client Plugin nicht aktiviert habt, könnt ihr auch nicht vom Admin Panel euren Blog verwalten.

Anzeige der Client Daten Die Installation des Client Plugins ist innerhalb weniger Sekunden erledigt. Nachdem ihr das Plugin aktiviert habt, zeigt es euch verschiedene Daten an, die ihr später noch benötigt. Jetzt könnt ihr die eigentliche Lösung, das Admin Panel, auf eurem Server installieren. Dazu besucht ihr die InfiniteWP Website und registriert euch kostenlos mit einer E-Mail-Adresse. Daraufhin erhaltet ihr den Download-Link zu einer Zip-Datei.

Erstellt dann im Webspace eurer Domain einen neuen Unterordner, z.B. „iwp“. Ladet dort den Inhalt der entpackten Zip-Datei am besten via FTP in diesen Ordner hoch. Anschließend gebt ihr im Browser folgende Adresse ein „http://meinedomain.com/iwp“ (wobei ihr meinedomain.com durch eure eigene Domain ersetzt). Jetzt sollte ein Dialog erscheinen, der euch die Lizenzbestimmungen anzeigt und im nächsten Schritt prüft, ob euer Server den Anforderungen von InfiniteWP genügt.

Auf dieser Seite findet ihr die englischsprachige Anleitung zur Installation.
Bevor es dann zum nächsten Schritt weitergeht, müsst ihr eine neue SQL-Datenbank anlegen. Dies ist Voraussetzung, damit InfiniteWP funktioniert. Das sollte im Normalfall nicht weiter schwierig sein: Bei meinem Provider Hosteurope findet man den entsprechenden Eintrag im Kundeninformationssystem unter „Webhosting > Konfigurieren > Datenbanken > Datenbanken verwalten“. Dort kann eine neue Datenbank angelegt werden. Die Konfigurationsdaten dieser Datenbank tragt ihr dann im InfiniteWP Installationsdialog im Schritt „DB & Login Details“ ein. Hier legt ihr auch eure Login-Daten für die InfiniteWP Installation auf eurem Server fest. Optional könnt ihr außerdem HTTPs aktivieren.

Habt ihr diese Schritte erfolgreich absolviert, kann es losgehen…

Update von Plugins mit nur einem Klick

Nachdem ihr euch mit den vorher festgelegten Login-Daten im Admin Panel angemeldet habt, könnt ihr eure ersten WordPress Webseite hinzufügen. Dazu klickt ihr auf den Knopf „Add Website“, woraufhin ein Dialogfeld erscheint, Bild 1. Hier gebt ihr die Daten des Client Plugins ein, welche euch nach dessen Aktivierung im WordPress Backend angezeigt wurden. Die weiteren Einstellungen sind optional und werden von mir später im Artikel vorgestellt.

  • Client Details eingeben

    Bild 1

  • Plugins aktualisieren

    Bild 2

  • Kontextmenü

    Bild 3

Habt ihr alles richtig gemacht, sollten eure WordPress Webseiten jetzt im Admin Panel erscheinen. In meinem Fall sind das die Webseiten fotobeam.de und digitalfotografieren.com, Bild 2. Falls vorhanden, werden euch neue Updates für eure Webseiten angeboten. Dabei zeigt InfiniteWP sowohl Updates für Plugins und Themes als auch die WordPress Installation an. Ihr könnt jetzt alle Updates installieren oder nur ausgewählte Plugins aktualisieren lassen. Das funktionierte im Test problemlos. Im Fenster „Process Queue“ wird dabei der Fortschritt und Erfolg eurer Aktionen angezeigt. Damit wisst ihr jederzeit, ob alles reibungslos funktioniert hat.

Wenn ihr mit dem Mauszeiger über einen eurer Blogs fahrt, erscheint ein Kontextmenü, Bild 3. Von hier habt ihr Zugriff auf grundlegende Funktionen eures Blogs. So könnt ihr u.a. das Admin Backend öffnen, Backups anschauen oder direkt einen neuen Artikel schreiben.

Plugins & Themes in mehreren Blogs verwalten

Unter dem Menüpunkt „Manage“ könnt ihr sowohl Updates als auch Themes und Plugins verwalten. Letzteres ist sehr praktisch, da es das komfortable Management sämtlicher Plugins auf euren Blogs ermöglicht. Nachdem ihr auf „Load Plugins“ geklickt habt, erhaltet ihr eine Übersicht sämtlicher aktiven und inaktiven Plugins, Bild 4. Dabei könnt ihr schrittweise Plugins aktivieren, deaktivieren und zum Löschen markieren. Am Ende klickt ihr „Apply Changes“ woraufhin alle Aktionen durchgeführt werden.

  • Anzeige installierter Plugins

    Bild 4

  • Anzeige installierter Themes

    Bild 5

  • Auswahl aus dem WordPress Verzeichnis

    Bild 6

Selbiges funktioniert übrigens auch für Themes. Nachdem ihr auf „Load Themes“ klickt, werden für eure WordPress Blogs das aktive und alle inaktiven Themes angezeigt, Bild 5.  Hier könnt ihr Themes aktivieren, deaktivieren und löschen. Damit wird auch das Theme Management umfassend vereinfacht.

Ähnlich geht ihr bei der Neu-Installation von Plugins oder Themes vor, Bild 6. Hier könnt ihr Plugins auf verschiedene Arten installieren:

Insbesondere die Suche nach einem Plugin im WordPress Verzeichnis ist sehr nützlich. Die Suchergebnisse werden euch direkt im Admin Panel angezeigt und ihr könnt das jeweilige Plugin sofort auf mehreren Webseiten installieren.

Backup von WordPress Installationen

Eine praktische Funktionalität von InfiniteWP ist die Möglichkeit, eure WordPress Blogs zu sichern. Dazu geht ihr in das Menü „Protect“, wählt „Backups“ und klickt anschließend auf „Create New Backup“. Daraufhin erscheint ein Dialogfenster, in dem ihr weitere Details festlegt, Bild 7. Neben dem Namen könnt ihr beispielsweise festlegen, wieviel Backups aufbewahrt werden sollen, ob sowohl die Dateien als auch Datenbank gesichert wird und ob die Sicherung komprimiert werden soll. Zusätzlich können bestimmte Ordner und Dateien von der Sicherung ein- oder ausgeschlossen werden.

  • Sicherungsdetails eingeben

    Bild 7

  • Fortschritt der Datensicherung

    Bild 8

  • Datensicherung verwalten

    Bild 9

Im Warteschlangen-Fenster seht ihr den Fortschritt und Erfolg der Datensicherung, Bild 8. Hat alles geklappt, seht ihr die finale Sicherung in einer Liste, Bild 9. Hier findet ihr auch die Details des Backups und könnt die Datei herunterladen oder zu einem späteren Zeitpunkt wiederherstellen. Übrigens werden die Sicherungen im Ordner des InfiniteWP Client Plugins eurer WordPress Installation abgelegt. Ihr solltet also darauf achten, dass die Quota von eurem Webspace nicht überschritten wird.

Möchtet ihr eure Backups automatisieren oder auf einen externen Speicher bzw. Service auslagern, ist dazu ein kostenpflichtiges Addon notwendig.

Das war der erste Teil des Tests von InfiniteWP. In Teil 2 schaue ich mir die Premium Addons genauer an, stelle euch den Malware Scanner sowie das Google Analytics Addon detailliert vor und verrate euch das Fazit meines Tests.

Zum zweiten Teil des Tests…

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8 Kommentare

    • Hi,

      nein, im Vergleich hab ich es nicht getestet. Entscheidend war für mich, dass ich die Lösung selber hosten kann und keine Anmeldedaten woanders liegen.

      Grüße,
      Andreas

  1. Hallo zusammen,
    wir administrieren eine WordPress-Seite mit 2 Programmierern.
    Ist es möglich, dass wir beide diese WP-Seite in unser infinitewp – Panel aufnehmen und überwachen ?

    • Hallo,

      das habe ich noch nicht getestet. Wenn man das IWPClient Plugin erstmalig aktiviert, werden Zugangsdaten angezeigt. Diese trägt man im Admin-Frontend ein, um die Seite zu verwalten. Ggf. kann man die selben Daten in zwei verschiedenen InfiniteWP Installationen eintragen. Könnte mir aber vorstellen, dass das Konfliktpotential birgt.

      Grüße,
      Andreas

  2. Danke ebenfalls für die ausführliche Aufstellung. Ich will hier keine Werbung für Multisite Lösungen von wpadm.com machen. Aber es hat mehr Vorteile zu einem es bezieht sich nicht nur auf WordPress sondern auch es ist möglich auch andere CMS Systeme zu benutzen. Funktioniert einbahnfrei und ist definitive billiger.

    • Hallo Dan,

      hmm, das von dir genannte Angebot sieht aktuell wenig überzeugend aus. Hinter den Menüpunkten findet sich kein Inhalt und die FAQ Seite ist ebenfalls leer.

      Grüße,
      Andreas

  3. Danke für diese ausführliche Aufstellung.
    Wir haben nun auch auf dieses Multi-Management umgestellt. Doch nun ist die Fragen, wenn wir ein Pugin installieren, muss dabei auf irgendwas geachtet werden? Kann es da zu probleme führen?
    Gruß Ute

    • Hallo Ute,

      was für Probleme meinst du? Plugins können direkt aus der InfiniteWP Oberfläche ausgewählt und gleichzeitig auf mehrere WordPress-Webseiten installiert werden.

      Grüße,
      Andreas

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