Photoshop Tutorial: Objekte im Bild auswählen

Auf den Einsatzzweck kommt es an

Die Wahl der Waffen…

Zu den am häufigsten verwendeten Hilfsmitteln in der Bildbearbeitung gehören die Auswahlwerkzeuge. Sie erleichtern das Markieren von Objekten, bevor es an die eigentliche Retusche geht. Adobe Photoshop bietet dazu unterschiedliche Werkzeuge, die je nach Einsatzzweck ihre Wirkung optimal entfalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr die Bildbearbeitungssoftware in der Version CS5 oder CS6 einsetzt. Doch nicht jedes Auswahlwerkzeug eignet sich gleichermaßen gut für jedes Motiv. Parameter wie Konturen, Farbe oder Komplexität des auszuwählenden Objektes beeinflussen maßgeblich das Ergebnis.

In diesem Tutorial lernt ihr drei verschiedene Auswahlwerkzeuge kennen, mit denen ihr zukünftig immer gut gewappnet seid: den Zauberstab, das Schnellauswahlwerkzeug und die Farbbereichsauswahl.

1. Zauberstab

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass der Zauberstab der Klassiker unter den Auswahlwerkzeugen ist. Er ist mit seinen Einstellungen sehr leistungsfähig und lässt sich schnell und einfach an die jeweilige Bildsituation anpassen. Der Zauberstab findet sich als 4. Symbol von oben in der linken Menüleiste von Photoshop, Bild 1. Im Beispielbild wollen wir den Himmel auswählen. Dazu solltet ihr für das Werkzeug einen höheren Toleranzwert, im Beispiel ist es 40, eingeben. Die Toleranz gibt an, wie genau Konturen oder Farbunterschiede beachtet werden. Da wir es hier mit einem einheitlich blauen Himmel zu tun haben, ist ein hoher Toleranzwert optimal.

Nachdem ihr einmal in das Bild geklickt habt, wird zunächst nur ein kleiner Teil des Himmels markiert, Bild 2. Klickt jetzt weiter mit gedrückter Umschalttaste (Shift) auf zusätzliche Bildbereiche. Dadurch wird Schritt für Schritt der gesamte Himmel markiert. Achtet auch auf kleinere blaue Bereiche, wie z.B. die Fenster im Glockenturm. Ihr benötigt ca. 10-15 Klicks, um den Himmel vollständig auszuwählen, Bild 3. Solltet ihr versehentlich einen Teil des Gebäudes erwischt haben, könnt ihr über STRG-Z oder das rechte Protokoll-Fenster einen Schritt zurückgehen. Alternativ könnt ihr auch mit gedrückter ALT-Taste und dem Zauberstab in den Bildbereich klicken, der wieder aus der Auswahl entfernt werden soll.

  • Zauberstab in Photoshop auswählen

    Bild 1

  • Bildbereiche mit Zauberstab auswählen

    Bild 2

  • Finale Bildauswahl mit Zauberstab

    Bild 3

  • Auswahl in Photoshop optimieren

    Bild 4

Eine interessante Option ist die Funktion „Benachbart“, die ihr oben in der Menüleiste neben Toleranz findet. Wenn ihr hier den Haken entfernt und den Himmel neu auswählt, werden automatisch alle blauen Farbbereiche im Bild mit ausgewählt. Das ist in diesem Beispiel besonders praktisch, da somit auch kleine Bereiche, wie die Fenster im Glockenturm oder der blaue Himmel zwischen den Blättern der Bäume markiert werden.

Im letzten Schritt könnt ihr über die Einstellung „Kante verbessern“ die Auswahl optimieren, Bild 4. Das kann zum Beispiel beim Freistellen von Objekten sinnvoll sein. Dazu stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

Kantenerkennung

Hier könnt ihr den Radius festlegen, in dem ausgehend von der Umrisskante weitere Details zur Auswahl hinzugefügt werden. Setzt ihr einen Haken bei Smartradius wird der Radius für weiche und harte Kanten automatisch festgelegt. Bei gleichmäßigen Kanten sollte dies deaktiviert sein.

Kanten anpassen

In diesem Bereich stehen euch 4 Parameter zur Verfügung, die im Zusammenspiel umfangreiche Anpassungen der Auswahlkante ermöglichen.

Abrunden

Erzeugt eine glatte Kontur an den Rändern und gleicht dadurch Unebenheiten aus.

Weiche Kante

Lässt Übergänge zwischen Auswahl und Rest des Bildes weicher erscheinen.

Kontrast

Höhere Werte lassen Übergänge am Auswahlrand härter bzw. schärfer erscheinen.

Kante verschieben

Verkleinert die Auswahlkante nach innen (negative Werte) oder vergrößert nach außen (positive Werte).

Am linken Fensterrand befindet sich noch das Symbol für das Radius-verbessern-Werkzeug  und Verfeinerungen-löschen-Werkzeug. Diese zwei Hilfsmittel sind insbesondere bei filigranen Details, wie z.B. Haare in der Portraitfotografie, nützlich. Sie erlauben eine sehr genaue Anpassung des Auswahlbereichs. Dazu zieht ihr das Radius-verbessern-Werkzeug über diese feinen Details. Photoshop versucht dann eine möglichst genaue Optimierung vorzunehmen. Mit dem Verfeinerungen-löschen-Werkzeug könnt ihr diese Optimierungen, ähnlich dem Radiergummi-Werkzeug, wieder rückgängig machen.

Ausgabe

Wenn ihr „Farben dekontaminieren“ aktiviert, wird Photoshop versuchen, Farbränder durch die Farbe der nächst gelegenen Pixel zu ersetzen. Das heißt, die Hintergrundfarbe der Auswahl bestmöglich auszublenden. Über den Schieberegler kann die Stärke dieser Einstellung angepasst werden.

Unter „Ausgabe an“ legt ihr fest, wohin die verbesserte Auswahl ausgegeben werden soll. Also direkt in die vorhandene Auswahl oder beispielsweise eine neue Maske oder Ebene. Übrigens bietet Adobe unter diesem Link eine Übersicht der verschiedenen Möglichkeiten zur Verbesserung von Kanten inklusive Beispielbildern an.

2. Schnellauswahlwerkzeug

Mit dem Schnellauswahlwerkzeug lässt sich eine Auswahl zügig „malen“, ähnlich dem Einsatz des Pinsels. Es ist daher besonders gut für großflächige Auswahlbereiche geeignet. Ihr findet das Werkzeug, indem ihr mit gedrückter linker Maustaste auf den Zauberstab in der Menüleiste von Photoshop klickt, Bild 5. Im oben erscheinenden Kontextmenü könnt ihr dann Parameter wie Größe und Härte des Werkzeugs einstellen. Mit dem Parameter „Alle Ebenen aufnehmen“ beschränkt sich die Auswahl nicht nur auf die aktuelle Ebene. Durch Aktivieren der Option „Automatisch verbessern“ versucht Photoshop die Bildkanten durch zusätzliche Verfeinerungen zu verbessern.

  • Schnellauswahl in Photoshop

    Bild 5

  • Bildbereiche durch Malen auswählen

    Bild 6

  • Bereiche aus der Auswahl entfernen

    Bild 7

Die Verwendung des Werkzeugs zur Schnellauswahl ist denkbar einfach: Ihr malt mit gedrückter linker Maustaste über den Himmel. Dabei werden kontinuierlich alle Bereich ausgewählt, Bild 6. Es kann jedoch vorkommen, dass unerwünschte Bildobjekte ebenfalls mit in die Auswahl übernommen werden. Dann empfiehlt es sich die Ansicht der betroffenen Bereiche zu vergrößern, Bild 7. Mit gedrückter ALT-Taste und linker Maustaste könnt ihr diese Bereiche wieder aus der Auswahl entfernen. Habt ihr versehentlich zu viel entfernt, lasst die ALT-Taste los und malt mit gedrückter linker Maustaste wieder über den Bereich, den ihr hinzufügen möchtet.

Wenn ihr mit der Schnellauswahl zufrieden seid, stehen euch über das Menü „Kante verbessern“ wieder die bereits oben beschriebenen Optimierungsmöglichkeiten zur Verfügung.

3. Farbbereich

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt die folgende Methode. Anstatt über Werkzeuge die Auswahl zu erzeugen, kommt die Funktion Farbbereich zum Einsatz. Zu finden ist sie im Menü „Auswahl“ in der oberen Leiste, Bild 8. Diese Variante eignet sich besonders gut für farbige Flächen, die auch über das gesamte Bild verteilt sein können.

Die Farbbereich-Auswahl bietet wieder verschiedene Anpassungsmöglichkeiten, Bild 9. So lässt sich ähnlich dem Zauberstab die Toleranz einstellen. Dies hat Auswirkungen auf den Farbbereich. Je größer ihr diesen Wert wählt, um so ungenauer wird ein bestimmter Farbwert festgelegt. Das heißt, Photoshop erweitert zum Beispiel die Auswahl eines hellblauen Bereiches schneller auf dunkelblaue Bereiche.

  • Auswahl des Farbbereichs

    Bild 8

  • Farbbereich Einstellungen anpassen

    Bild 9

  • Finaler Auswahlbereich

    Bild 10

Wenn ihr die Option „Lokalisierte Farbgruppen“ anhakt, wird die Farbauswahl genauer vorgenommen. Über den Schieberegler Bereich kann dann noch die Größe des ausgewählten Areals angepasst werden. Zusätzlich findet ihr drei Pipetten (beginnend von links):

  • Die erste Pipette nimmt immer nur genau einen Farbwert auf.
  • Die zweite Pipette addiert Farben und Sie können dadurch mehrere Farbtöne in die Auswahl aufnehmen.
  • Die dritte Pipette entfernt eine Farbe wieder aus der Auswahl.

In unserem Beispiel empfiehlt es sich, die zweite Pipette zu verwenden und damit alle Blautöne im Himmel aufzunehmen. Klickt dazu mehrfach mit der Pipette in das Originalbild. Ihr könnt das Einstellungsfenster verschieben, falls es Bildbereiche überlagert. Über den Toleranzregler könnt ihr noch im Nachhinein die Genauigkeit der getroffenen Farbauswahl anpassen. Wenn ihr fertig seid, klickt auf OK. Jetzt sollten sämtliche blauen Bildbereiche markiert sein.

Es kann vorkommen, dass andere Teile des Bildes versehentlich mit markiert wurden. Im Beispiel sind dies die grau-bläulichen Fahrzeuge, Bild 10. Ihr könnt diese jetzt beispielsweise mit dem Schnellauswahlwerkzeug wieder aus der Auswahl entfernen. Verwendet dazu das Werkzeug aus der linken Menüleiste und klickt mit der linken Maustaste und gedrückter ALT-Taste auf die Fahrzeuge.

Fazit

Mit nur wenigen Kniffen werden zu dunkle Bilder heller. Wie das geht, lest ihr in diesem Photoshop Tutorial.
Mit dem Zauberstab, der Schnellauswahl und dem Farbbereich stehen in Adobe Photoshop drei leistungsfähige Werkzeuge zur Verfügung. Diese bieten je nach Einsatzzweck genau die richtige Kombination aus Schnelligkeit und Genauigkeit. Dabei kann auch eine Kombination mehrerer dieser Werkzeuge sinnvoll sein und das Ergebnis verbessern.

Übrigens: Eine Auswahl lässt sich auch über die normalen Auswahlwerkzeuge Rechteck und Ellipse oder die verschiedenen Lasso-Werkzeuge anlegen. Insbesondere bei den Lasso-Werkzeugen lohnt sich ein Blick auf das magnetische Lasso-Werkzeug. Es eignet sich besonders gut zum Erstellen einer Auswahl entlang einer Kante bzw. Kontur.

Und jetzt viel Spaß beim Ausprobieren der Möglichkeiten!

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