Photoshop Tutorial: Mit Median schneller zum Ziel

Einleitung

Warum schwierig, wenn’s auch einfach geht

Die Maskierungsfunktion ist ein leistungsfähiges Werkzeug in Adobe Photoshop. Wenn ihr mit verschiedenen Ebenen arbeitet, lassen sich dadurch bequem Bildelemente ein- und ausblenden. Wie ihr diese Technik nutzt, um Menschen aus Bildern verschwinden zu lassen, habe ich in diesem Photoshop Tutorial bereits beschrieben. Bei einer großen Anzahl an Ebenen kann es aber schnell aufwändig werden, wenn ihr auf die Maskierungstechnik setzt.

Ich möchte daher heute eine Methode vorstellen, die wesentlich schneller zum Ziel führt. Und zwar die Statistikfunktion Median. Damit lässt sich ein Großteil der Arbeit automatisieren und ihr kommt abhängig vom Motiv schneller zu einem guten Ergebnis.

Voraussetzungen

Ausgangspunkt für die Bearbeitung ist eine Reihe von Aufnahmen vom selben Motiv. Idealerweise habt ihr ein Stativ verwendet und die Bilder  bei ähnlichen Lichtverhältnissen aufgenommen. Auch der Weißabgleich sollte identisch sein. Im folgenden Beispiel habe ich verschiedene Aufnahmen vom Schloss Rosenborg in Kopenhagen. Da hier im Regelfall immer Touristen zugegen sind, ist es nahezu unmöglich, ein menschenleeres Bild zu erhalten. Daher habe ich mit einem Stativ verschiedene Aufnahmen in zeitlichen Abständen angefertigt. Im Ergebnis sind 4 Bilder entstanden. Die Menschen im Bild befinden sich daher immer an unterschiedlichen Stellen. Das ist perfekt für die folgende Vorgehensweise

Bild 1

Schloss Rosenborg

Bild 2

Schloss Rosenborg in Kopenhagen

Bild 3

Rosenborg Slot

Bild 4

Schloss Rosenborg

Schritt 1: Statistik-Funktion

Im Menü Datei findet ihr unter „Skripten“ den Eintrag „Statistik“, Bild 1. Nachdem ihr dies angeklickt habt, erscheint ein neues Fenster, in welchem ihr die Ausgangsbilder auswählen könnt. Im Beispiel sind das meine 4 Bilder vom Schloss Rosenborg. Da es zu leichten Verwacklungen bei der Aufnahme kommen kann, z.B. durch ein Absenken des Stativs im Grasboden, empfehle ich euch noch einen Haken bei „Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten“ zu machen, Bild 2. Wenn ihr anschließend auf OK klickt, lädt Photoshop die Bilder automatisch in einen Stapel und versucht die Unterschiede herauszurechnen.

  • Retusche mit Skripten beschleunigen

    Bild 1

  • Bilder in Stapel laden

    Bild 2

Das Ergebnis sieht schon recht beeindruckend aus, wie ihr dem Vorher-Nachher-Vergleich entnehmen könnt. Durch die Statistik-Funktion Median habe ich mir eine Menge Arbeit in der Maskierung der Ebenen erspart. Da sich im Bild aber nicht nur die Menschen, sondern auch die Wolken und Äste der Bäume bewegt haben, kommt es zu Doppelkonturen in diesen Bereichen. Diese sind besonders oberhalb der Schlosstürme und im linken Bildbereich deutlich sichtbar.

  1. Before
  2. After

Um diese Doppelkonturen und die daraus resultierenden Unschärfen zu beseitigen, ist eine manuelle Nacharbeit notwendig.

Schritt 2: Manuelle Korrekturen

Dafür benötigen wir eines der Ausgangsbilder. Wählt im Menü „Datei“ den Eintrag „Platzieren“ aus, Bild 3. Entscheidet euch für ein beliebiges Ausgangsbild, wählt OK und bestätigt das Platzieren mit der Enter-Taste. Jetzt ist eine weitere Ebene hinzugekommen, die das Bild aus Schritt 1 überlagert, Bild 4. Da ich von diesem Bild jedoch nur den Himmel mit den Bäumen benötige, füge ich jetzt eine Ebenenmaske hinzu, Bild 5.

  • Ursprungsbild als Ebene laden

    Bild 3

  • Ursprungsbild als neue Ebene

    Bild 4

  • Maske hinzufügen

    Bild 5

  • Mit Pinsel über die Maske malen

    Bild 6

Nachdem ich die Maske angelegt habe, wähle ich das Pinsel-Werkzeug aus und achte darauf, dass Schwarz als Vordergrundfarbe eingestellt ist, Bild 6. Jetzt kann ich mit dem Pinsel über die Maske malen.

Malen mit der Farbe Schwarz macht gewissermaßen die Maske durchsichtig und sorgt dafür, dass die darunterliegende Ebene sichtbar wird. Deshalb male ich über den unteren Bereich der Maske, da ich Himmel und Wolken erhalten möchte. Dadurch verschwinden die Menschen aus dem Bild und die mit der Funktion Median erzeugte Ebene wird sichtbar.

Schritt 3: Finale Retusche und Ergebnis

Prinzipiell bin ich jetzt fertig mit der Bildbearbeitung. Es kann aber Bereiche geben, in denen sich Menschen nicht bewegt haben und über verschiedene Bilder hinweg an der selben Position geblieben sind. Diese könnt ihr jetzt beispielsweise mit dem Stempel-Werkzeug entfernen. Auch lassen sich störende Schatten im Bild retuschieren, Bild 7.

  • störende Elemente entfernen

    Bild 7

  • Kontraste und Sättigung optimieren

    Bild 8

Schließlich macht es noch Sinn Kontrast und Sättigung zu optimieren. Dazu könnt ihr zwei Einstellungsebenen anlegen: Die Graduationskurve sowie Farbton/Sättigung, Bild 8. Hier lässt sich jetzt das finale Ergebnis eurem persönlichen Geschmack entsprechend anpassen. Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt, wie dramatisch sich der Bildeindruck verbessert hat.

  1. Before
  2. After

 

Fazit

Welche anderen Werkzeuge euch beim Entfernen von Objekten helfen, erfahrt ihr in diesem Photoshop Tutorial.
Die Statistik-Funktion Median ist ein leistungsfähiges Photoshop-Werkzeug, um die Retusche zu automatisieren. Mit wenigen Klicks lassen sich damit Objekte aus Bildern entfernen. Das spart in der Nachbearbeitung wertvolle Zeit, da ihr so größtenteils auf langwieriges Maskieren verzichten könnt. Doch auch der Median-Funktion sind Grenzen gesetzt. Sind zu viele bewegte Objekte im Bild kann es zu Doppelkonturen kommen. Daher eignet sich Median vorwiegend für Motive, in denen möglichst keine vorüberziehenden Wolken, vom Wind bewegte Bäume, fahrende Autos oder fließendes Wasser vorkommen sollte. Ist dies doch der Fall kommt ihr um ein anschließendes Maskieren nicht herum.

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