Im Test: Triggertrap Smartphone Kabelauslöser Teil 2

Einleitung

Update März 2017: Triggertrap macht dicht. Leider hab ich heute vom Anbieter die Info erhalten, dass das Unternehmen schließt.
Triggertrap Mobile ist eine interessante Kombination aus Hardware Dongle und Smartphone App, mit der sich spannende Möglichkeiten zum Steuern von Digitalkameras bieten. Im ersten Teil des Triggertrap Tests habe ich euch die Installation und einige Auslösemodi vorgestellt. Teil 2 der Produktvorstellung widmet sich den fortgeschrittenen Funktionen zur Langzeitbelichtung. Außerdem werfe ich einen Blick auf die Unterschiede zwischen der Apple iOS und Google Android App. Und jetzt viel Spaß beim Lesen!

Auslösemodi Teil 2

8. Sternspuren

Aufnahmen mit sehr langen Belichtungszeiten Wenn ihr Langzeitbelichtungen bis ins kleinste Details steuern möchtet, ist der Modus Sternspuren genau richtig für euch. Die Idee der Entwickler hinter dieser Einstellung ist schnell erklärt: Anstatt eine Aufnahme mit einer einstündigen Belichtungszeit zu machen, können mehrere kurze Aufnahmen zum Ziel führen. Dabei tritt das Sensorrauschen nicht so stark auf, da sich der Sensor nicht so stark erwärmt.

Um Sternspuren mit eurer Kamera nutzen zu können, müsst ihr diese auf Langzeitbelichtung in den Modus Bulb schalten. Anschließend könnt ihr in der Triggertrap App die notwendigen Einstellungen vornehmen: Die Anzahl der Aufnahmen, die jeweilige Belichtungszeit je Foto und die Pause zwischen den Bildern. Die App errechnet daraus die Gesamtdauer der Fotosession. Beispiel: Wenn ihr 100 Aufnahmen von je 40 Sekunden macht und dabei eine Pause von 3 Sekunden zwischen den Aufnahmen einplant, ergibt das eine Gesamtzeit von 71,2 Minuten.

9. LZB-HDR

Langzeitbelichtungs-HDR-Modus Wahrscheinlich kennt ihr das Problem: Bei manchen Aufnahmen überstrahlen helle Bildbereiche, wohingegen dunkle Abschnitte in Schwarz versinken. Die Lösung für dieses Problem nennt sich Belichtungsreihe oder auch HDR. Mit der Triggertrap App könnt ihr eine solche Belichtungsreihe im HDR-Modus anfertigen. Damit das richtig funktioniert, muss die gewünschte Blende und Belichtungszeit an der Kamera manuell eingestellt werden. Die „richtige“ Belichtungszeit wird als mittlerer Wert in der App über einen Drehregler ausgewählt. Danach wählt ihr die Anzahl der gewünschten Aufnahmen sowie die Anzahl der Lichtwert-Schritte (LW oder auch EV = Exposure Value), die zwischen den Bildern liegen sollen. Jetzt könnt ihr den Triggertrap-Auslöser aktivieren.

Im Test funktionierte das Anfertigen der Belichtungsreihe mit einer Canon EOS 5D Mark II ohne Probleme. Die fertigen Bilder könnt ihr anschließend in Adobe Photoshop oder Photomatix zu einem HDR-Bild kombinieren

10. LZB-HDR Zeitraffer

Langzeitbelichtungs-HDR-Zeitraffer Der HDR Zeitraffer Modus setzt dem normalen HDR Modus das i-Tüpfelchen auf. Denn jetzt könnt ihr nicht nur reguläre Belichtungsreihen aufnehmen, sondern diese noch besser zeitlich abstimmen. Dazu gibt es ein Eingabefeld, in dem ihr die Zeit zwischen den Belichtungsreihen eingeben könnt. Der Zeitraum kann bis zu 24 Stunden betragen. Die restlichen Einstellungen sind identisch mit dem normalen HDR Modus. Achtet darauf, eure Kamera in den Langzeitbelichtungsmodus Bulb zu versetzen. Am Ende betätigt ihr den Auslöser in der Triggertrap App und es geht los.

11. Tesla

Aufnahme bei Veränderung des Magnetfelds In Anlehnung an die Einheit der magnetischen Flussdichte präsentierte sich der Modus Tesla bis zum Erscheinen der neuen Triggertrap Mobile App 2. Leider hat man in der neuen Version der App auf diesen Modus verzichtet. Ich möchte ihn trotzdem kurz vorstellen, da es Gerüchte gibt, dass er wiederkommt. Diese Funktion nutzte den magnetischen Sensor eures Apple Gerätes, um eine Aufnahme auszulösen. Dazu konntet ihr zunächst über den Schieberegler einen Toleranzbereich vorgeben. Wenn ihr jetzt einen metallischen bzw. magnetischen Gegenstand an eurem Mobilgerät vorbeigeführt habt, erfasste der Sensor die Veränderung des Magnetfeldes und löste bei Überschreiten des Toleranzbereiches das Bild aus. Die Erfolgsquote war mit einem Apple iPad im Test durchwachsen – teilweise reagierte der Sensor sehr gut, ein andermal wiederum nicht. Ob das an den verwendeten Materialien, der App oder dem Sensor lag, lässt sich schwer beurteilen. Vielleicht war das einer der Gründe, diesen Modus zu entfernen.

12. Bewegungssensor

Auslösen bei verändertem Bildinhalt Dieser Modus gehört mit zu meinen Favoriten. Er kombiniert die Kamera des Smartphones oder Tablets mit der externen Kamera, um bei Veränderungen im Bildinhalt eine Aufnahme auszulösen. Und das geht so: Ihr wählt zunächst über einen Schieberegler bis zu 5 Objekte aus, die notwendig sind, damit eine Aufnahme ausgelöst wird. Dann solltet ihr euer iPhone oder iPad auf eine stabile Unterlage stellen und den Auslöser drücken. Jetzt seht ihr die Live-Vorschau. Sobald ein bewegtes Objekt erkannt wird, ändert sich die Anzeige.

Im Test funktioniert der Motion Modus erstaunlich zuverlässig. Kleine und größere Veränderungen des Bildes wurden gut erkannt und daraufhin die Aufnahme ausgelöst. Auch mehrere Objekte funktionierten. Allerdings ist das Ganze auch abhängig von den Lichtverhältnissen.

13. Bramping

Zeitraffer mit unterschiedlichen Belichtungszeiten Dieser Modus bedarf einer etwas ausführlicheren Erklärung. Mit Bramping, die Abkürzung steht für Bulb Ramping Zeitraffer, könnt ihr Zeitrafferaufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten aufnehmen. Das kann beispielsweise in der einsetzenden Dämmerung interessant sein. Würdet ihr eine normale Zeitrafferaufnahme mit festen Belichtungszeiten durchführen, würden die Bilder mit zunehmender Zeit dunkler werden. Dank Triggertrap könnt ihr jetzt nicht nur die Anzahl der Bilder und die gewünschte Gesamtzeit einstellen, sondern zusätzlich noch die erste und letzte Belichtungszeit der Reihenaufnahme festlegen. Die App errechnet daraus automatisch in welchem Abstand eine Aufnahme erfolgt.

Wenn ihr also bei Sonnenuntergang eine Zeitrafferaufnahme machen möchtet, wählt ihr zu Beginn eine kurze Belichtungszeit und zum Ende der Belichtungsreihe eine lange Belichtungszeit.

14. WLAN-Slave

Triggertrap WLAN Fernauslöser Der WLAN-Slave Modus ermöglicht es euch, die externe Kamera über ein WLAN-Netzwerk fernauszulösen. Dabei dient ein Gerät als Master und das andere als Slave. Das heißt, beide Mobilgeräte sollten die Triggertrap App in Betrieb haben und im selben Netzwerk funken. Wie der Name schon sagt, steuert das Master Gerät das Slave Gerät. Am Slave Gerät hängt das Triggertrap Dongle mit der externen Kamera. Im Menüpunkt WLAN-Master muss das jeweilige Master Gerät aktiv sein. Mit diesem können sich dann die Slave Geräte verbinden. Auf dem Slave Gerät sollte jetzt im WLAN-Slave Modus das Master Gerät sichtbar sein und ihr könnt die Verbindung herstellen.

Um zu testen, ob alles funktioniert, geht beispielsweise in den Modus Bang auf dem Master Gerät. Wenn ihr alles richtig gemacht habt, sollte das Slave Gerät beim Klatschen in die Hände auslösen. Im Test funktionierte die Kopplung zwischen einem iPad und einem Android Smartphone sowie das Auslösen durch das Master Gerät problemlos. Übrigens lassen sich auch mehrere Slave Geräte betreiben. Beachtet jedoch, dass nicht jeder Auslösemodus die Wi-Fi Steuerung erlaubt.

Triggertrap für Apple iOS vs. Google Android

Wie bereits eingangs erwähnt, sind für Google Android nicht alle Funktionen verfügbar. Hier punktet die Triggertrap App unter iOS im direkten Vergleich. Jedoch hat sich in den letzten Wochen und Monaten einiges bei der Triggertrap App getan. So wurde neben der iOS App auch die Android App komplett überarbeitet und bietet jetzt ein frisches Design, welches durch eine ansprechende Optik und klarere Benutzerführung überzeugt. Die folgender Bilder geben euch einen Eindruck der App.

Mit dem Erscheinen der neuen Triggertrap Mobile App wurden die Hauptkrititpunkte der vorangegangenen Version ausgemerzt: Die Oberfläche ist identisch zur iOS Version und die Bedienung ist flüssig. Auch sind mittlerweile alle Menüpunkte und Erklärungen in deutscher Sprache verfügbar.

Nachstehende Tabelle zeigt, in welchen Funktionen sich die Apps unterscheiden.

Funktion Apple iOS Google Android
Kabelauslöser JA JA
Geräuschsensor JA JA
Timelapse JA JA
TimeWarp JA JA
DistanceLapse JA JA
Vibrationssensor JA NEIN
Guck-guck JA NEIN
Sternspuren JA JA
LZB-HDR JA JA
LZB-HDR Zeitraffer JA JA
Bewegungssensor JA NEIN
Bramping JA JA
WLAN Slave JA JA

Noch ein Hinweis bezüglich der iOS App: Diese ist nach wie vor nur für das iPhone verfügbar. Eine Universal App oder dedizierte iPad App ist nicht erhältlich. Das wäre sicherlich noch eine sinnvolle Erweiterung. So müsst ihr auf einem iPad aktuell auf eine vergrößerte, skalierte Ansicht setzen.

Fazit

Triggertrap an einer Canon 5D Mark II Triggertrap Mobile ist eine innovative Kombination aus Hardware Dongle und Smartphone App, mit der die Steuerung der Kamera auf einen neuen Level gehoben wird. Die zahlreichen Funktionen zum Aufnehmen von Bildern, mit der internen wie auch mit einer externen Kamera, eröffnen vielfältige kreative Möglichkeiten. Dabei ist die Bedienung der App auch für den weniger versierten Anwender nach kurzer Eingewöhnungszeit problemlos möglich. Fortgeschrittene Nutzer profitieren zudem von den zahlreichen Einstellmöglichkeiten und solch nützlichen Funktionen wie dem Master-Slave Modus. Dabei wird das Gesamtpaket zu einem attraktiven Preis angeboten. Das auswechselbare Anschlusskabel sorgt für die nötige Investitionssicherheit: Bei einem Kamerawechsel müsst ihr so nur dieses Kabel tauschen.

Verbesserungsbedarf besteht momentan insbesondere bei der Android App. Da aber regelmäßig neue Updates erscheinen, ist davon auszugehen, dass die aktuellen Schwachstellen in Kürze ausgebessert werden. Damit erhält Triggertrap Mobile von mir eine klare Kaufempfehlung.

  • Pro
    • hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis
    • zahlreiche kreative Modi
    • intuitive Bedienung
    • austauschbare Anschlusskabel
    • integrierte Hilfstexte mit ausführlichen Erklärungen
    • App für iOS und Android verfügbar
  • Contra
    • fehlende Modi in der Android App
    • keine eigene iPad App
    • Anschlusskabel etwas kurz
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