Im Test: Triggertrap Smartphone Kabelauslöser Teil 1

Einleitung

Update März 2017: Triggertrap macht dicht. Leider hab ich heute vom Anbieter die Info erhalten, dass das Unternehmen schließt.
Mit einem Fernauslöser könnt ihr nicht nur verwacklungsfreie Aufnahmen erzeugen, sondern auch neue Möglichkeiten im Einsatz eurer Kamera erschließen. Bereits in meinem Test zum Phottix Nikos Timer habe ich Themen wie Intervall- oder Serienbildaufnahme vorgestellt. Der zunehmenden Verbreitung von Smartphones haben wir es zu verdanken, dass es mittlerweile noch sehr viel weitreichendere Anwendungsszenarien gibt. Triggertrap Mobile ist eine solche Lösung, die voll und ganz auf das Zusammenspiel mit Smartphones und Tablets setzt.

Triggertrap entstand ursprünglich im Rahmen einer Crowdfunding Kampagne auf Kickstarter und konnte dort das Dreifache des ursprünglich anvisierten Betrages erzielen. Im ausführlichen Test stelle ich euch die Kombination aus Dongle und mobiler App vor. Dabei gehe ich auch auf so außergewöhnliche Einsatzmöglichkeiten, wie Auslösung durch Lautstärke, Vibration oder Bewegung, näher ein. Außerdem werfe ich einen Blick auf die Unterschiede der Apple iOS und Google Android App. Der Hersteller war so freundlich, mir ein Exemplar für den Test bereitzustellen. Und jetzt viel Spaß beim Lesen!

Installation

Dongle und Anschlusskabel für Canon Triggertrap besteht aus drei Komponenten: einem kostenpflichtigen Dongle und kameraspezifischen Kabel sowie der App. Der Dongle ist für ca. 27 EUR erhältlich und wird mit dem Klinkenanschluss mit eurem Smartphone oder Tablet verbunden. In Richtung Kamera verbindet sich der Dongle mit einem individuellen Kabel, das für etwa 10 EUR erhältlich ist. Im Handel sind verschiedene Triggertrap Sets für die unterschiedlichen Kameras verfügbar. Dadurch könnt ihr Triggertrap bequem mit verschiedenen Geräten verwenden. Anschlusskabel sind beispielsweise für Kameras von Canon, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax, Samsung und Sony verfügbar.

Die mobile App kann kostenlos im Apple App Store oder Google Play Store heruntergeladen werden. iPhone, iPod Touch und iPad werden ab iOS 5 unterstützt, Android ab Version 2.3. Zum Zeitpunkt des Tests waren jedoch noch nicht alle Funktionen, die für Apple Geräte erhältlich sind, auch unter Android verfügbar, siehe dazu die Vergleichstabelle im zweiten Teil des Tests.

Fokusart festlegen Die Installation der Triggertrap App ist sowohl unter Apple iOS als auch Google Android innerhalb weniger Sekunden erledigt. Nach dem Start der App könnt ihr noch ein paar Einstellungen vornehmen, was etwa Verzögerungszeiten oder Entfernungs- bzw. Geschwindigkeitseinheiten angeht. Im Test habe ich Triggertrap mit einer Canon EOS 5D Mark II verwendet. Achtet darauf, dass eure Kamera im manuellen Fokusmodus sein muss. Mit dem Autofokus funktioniert die neue App nicht mehr. Der frühere Autofokus Modus verursachte Probleme und sorgte dafür, dass zahlreiche Detaileinstellungen vorgenommen werden mussten.

Auslösemodi Teil 1

Triggertrap bietet 14 verschiedene Möglichkeiten eure Kamera auszulösen. Im Folgenden stelle ich euch die einzelnen Modi detailliert vor.

1. Kabelauslöser

4 Programm-Modi Der Klassiker ist zweifelsohne der Kabelauslöser. Hier bietet euch Triggertrap Mobile insgesamt 4 unterschiedliche Modi an. Der einfache Kabelauslöser macht eine Aufnahme nachdem der Auslöseknopf gedrückt wurde. Drücken + Halten startet die Aufnahme mit Drücken des Auslöseknopfes und beendet sie, wenn ihr den Auslöser loslasst. Drücken + Sperren ist praktisch für längere Belichtungszeiten: Ihr drückt den Knopf zu Beginn der Aufnahme und nochmal, um die Aufnahme zu beenden. Der zeigesteuerte Modus erlaubt schließlich die Eingabe einer Verschlusszeit. Nach Ablauf dieser Zeit wird die Aufnahme automatisch beendet. Für die letzten drei Modi muss sich eure Kamera im Bulb-Modus (Langzeitbelichtung) befinden. Im Test klappte der Kabelauslöser Modus tadellos. Praktisch war unter anderem die Anzeige der bereits abgelaufenen Zeit.

2. Geräuschsensor

durch Klatschen auslösen Einmal in die Hände klatschen und schon wird ein Foto aufgenommen. Mit Triggertrap wird dieser Wunsch Wirklichkeit. Im Modus Geräuschsensor erfolgt die Auslösung anhand eines bestimmten Schallpegels. Dazu könnt ihr mit einem Schieberegler die Empfindlichkeit einstellen. Erreicht die Lautstärke diesen Pegel wird die Aufnahme ausgelöst. Das lief im Test problemlos und ließ sich auch aus mehreren Metern Entfernung gut umsetzen. Diese Funktion ist beispielsweise praktisch, wenn ihr ein Gruppenbild oder Selbstportrait aufnehmen möchtet. Oder vielleicht wollt ihr ja die Kamera zur Raumüberwachung einsetzen?

3. Zeitraffer

Zeitraffer Aufnahmen Zeitraffer oder auch Timelapse ist eine sinnvolle Funktion, um in einem bestimmten Intervall automatisch Bilder machen zu lassen. Die Konfiguration ist denkbar einfach: Ihr wählt den Intervall zwischen den Aufnahmen, indem ihr Stunden, Minuten und Sekunden eingebt. Anschließend drückt ihr den Auslöseknopf und die Aufnahme startet automatisch. So könnt ihr interessante Timelapse Aufnahmen anfertigen, bei denen sich beispielsweise die Szenerie verändert. Vorbeiziehende Wolken, Sonnenaufgang- bzw. untergang oder eine sich öffnende Blüte können auf diese Weise festgehalten werden. Durch nochmaliges Drücken des Auslösers wird der Zeitraffer Modus wieder beendet.

4. TimeWarp

Zeitraffer mit Beschleunigung Eigentlich ist der TimeWarp ein Tanz aus dem Film „The Rocky Horror Picture Show„. Im übertragenden Sinnen initiiert ihr mit dieser Funktion aber auch einen Zeitsprung. Denn hier werden Zeitraffer-Aufnahmen nicht nur über die Anzahl der Bilder und die dafür gewünschte Zeit gesteuert, sondern es greift eine weitere Option: die Beschleunigungs- bzw. Verlangsamungsfunktion. Die App hat dazu unterschiedliche Beschleunigungskurven integriert. Es stehen u.a. Sinus, Quard, Kubisch zur Verfügung. Hier solltet ihr einfach mal ausprobieren, welcher Modus euch gefällt.

Eine weitere Einstellung erlaubt beim Auslösen das Beschleunigen (Herein), Verlangsamen (Heraus) oder beides (Ein/Aus). Damit lassen sich spannende Effekte erzeugen, die einen Vorgang schneller erscheinen lassen oder zum Stillstand kommen lassen.

5. DistanceLapse

anhand Entfernung auslösen Wie wäre es während der nächsten Autofahrt alle 500 Meter automatisch eine Aufnahme zu machen, um den eigenen Roadtrip festzuhalten? Oder während der nächsten Radtour durch die Berge? Mit der Funktion DistanceLapse, eine Neuentwicklung von Triggertrap, kein Problem: Ihr gebt in der App einfach eine Entfernung in Meter ein und schon wird entsprechend der zurückgelegten Strecke eine Bild gemacht. Ihr müsst lediglich in eurem iOS oder Android Gerät die GPS-Ortung aktiviert haben, damit die Messung der Strecke funktioniert. Damit umgeht ihr das Problem einer normalen Intervallaufnahme, welche auch bei Stillstand in einem Stau weiter fotografieren würde.

Die App zeigt euch im Betrieb die bereits zurückgelegte und noch zu fahrende Strecke an. Im Test funktionierte das auch im Fußgängermodus. Ihr solltet darauf achten, die Bildfrequenz nicht zu niedrig zu wählen. Das heißt, im fahrenden Auto alle 20 Meter ein Bild zu machen, wird die Kamera überfordern.

6. Vibrationssensor

mit Erschütterungen auslösen Die Erde bebt, das Haus wackelt. Aber keine Panik. Denn Triggertrap macht Bilder vom Geschehen. Denn mit Seismic wird eine Aufnahme durch Erschütterungen ausgelöst. Dazu wird der eingebaute Beschleunigungssensor eures Apple Gerätes verwendet. Die Idee ist so simpel wie clever: Mit einem Schieberegler gebt ihr einen Schwellwert vor. Wird dieser durch Vibration überschritten, löst Triggertrap die Kamera aus. Das funktionierte im Test hervorragend. Der Sensor reagierte sehr sensibel. Dabei ist das Ganze hübsch anzusehen. Der Ausschlag wird in einem virtuellen Display angezeigt und bei Erschütterung leuchtet die Anzeige auf.

7. Guck-guck

Gesichtserkennung Ein Blick, ein Bild. So könnte man diese Funktion zusammenfassen. Denn Peekaboo löst die Kamera aus, sobald ein Gesicht in der Kamera eures Smartphones oder Tablets erkannt wird. Das funktioniert sowohl mit der vorderen als auch hinteren Kamera. Ein Umschalten ist über einen Knopf in der App möglich. Über einen Schieberegler lässt sich die Anzahl der Gesichter festlegen, ab der eine Aufnahme erfolgen soll. Fünf ist das Maximum. Die Gesichtserkennung arbeitete im Test mit 1 oder 2 Gesichtern zuverlässig, sowohl im Hoch- als auch Querformat.

Soviel zum ersten Teil des Tests von Triggertrap Mobile – dem Smartphone Kabelauslöser. Freut euch schon auf Teil 2. Dann stelle ich weitere Auslösemodi mit so verheißungsvollen Namen wie zum Beispiel Sternspuren vor. Außerdem vergleiche ich die Triggertrap App für Apple iOS und Google Android.

Zum zweiten Teil des Tests…

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4 Kommentare

  1. Hallo, habe mit großem Interesse den Artikel gelesen. Hier fand ich u.a. die folgende Aussage:
    „Auch die im Smartphone oder Tablet integrierte Kamera lässt sich mit Triggertrap steuern.“
    Ich habe noch kine Möglichkeit zur Nutzung gefunden. Kannst Du mir die lösung nennen?
    Gruß Wilhelm

    • Hallo Wilhelm,

      hab mir gerade die App nochmal angeschaut. Das Feature wurde wohl entfernt. Früher konnte man in den Settings auch die interne Smartphone Cam wählen.

      Grüße,
      Andreas

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