Im Test: FastPictureViewer Codec Pack

Windows und die Vorschauansicht

Probleme mit Dateiformaten?

Zum schnellen Navigieren durch viele Dateien ist die Vorschauansicht im Windows Explorer eine große Hilfe. Sogenannte Thumbnail-Bilder erleichtern die Auswahl von Dateien und geben einen ersten Eindruck vom Inhalt. Doch nicht alle Dateiformate werden unterstützt. So kommt Windows bei RAW-Dateien der verschiedenen Kamerahersteller ebenso an seine Grenzen, wie bei Adobe Dateiformaten – sei es Photoshop (PSD), Indesign (INDD) oder Illustrator (AI). Selbst das beliebte PDF-Format bietet standardmäßg unter Windows keine Vorschauansicht an. Möchtet ihr also wissen, was in einer Datei steckt, kommt ihr nicht umhin diese zu öffnen. Bei einer einzelnen Datei kann man das verschmerzen, bei vielen oder großen Dateien wird das jedoch zu einem nervenaufreibenden Unterfangen.

Auch wenn Microsoft seit Windows 7 mit dem Microsoft Camera Codec Pack eine kostenlose Erweiterung zum Betrachten verschiedener RAW-Formate bietet, werden längst nicht alle Kamera-Modelle unterstützt. Und auch die Vorschauansicht oben erwähnter Adobe Dateien bleibt außen vor. Statt einer Vorschau bekommt ihr lediglich vergrößerte Symbole angezeigt, Bild 1. Und auch die Aktivierung des Detailbereichs liefert keine weitergehenden Informationen, Bild 2. Nützliche Details, wie beispielsweise Exif-Daten (z.B. Belichtungszeit oder Blende) von RAW-Bildern, werden dem Anwender vorenthalten, Bild 3. Mit Adobe Bridge können Anwender das Problem zwar umgehen, sind aber gezwungen innerhalb dieser Lösung zu arbeiten.

  • keine Voransicht von PSD, Indesign und Illustrator

    Bild 1

  • Windows Explorer Detailansicht

    Bild 2

  • Keine Detailinformationen sichtbar

    Bild 3

Möchtet ihr also nicht auf eine leistungsfähige Dateivorschau im Windows Explorer verzichten, kommt ihr um eine Lösung eines Drittanbieters nicht herum. Mit dem FastPictureViewer Codec Pack ist eine solche Lösung am Markt verfügbar, die weit mehr als die bekannten Standardformate unterstützt. In diesem Test erfahrt ihr, welche Dateitypen angezeigt werden und von welchen neuen Möglichkeiten ihr unter Windows profitiert.

Installation

Das FastPictureViewer Codec Pack wurde vom selben Hersteller entwickelt, welcher bereits den schnellen 64bit-fähigen RAW-Bildbetrachter FastPictureViewer auf den Markt gebracht hat. Einen ausführlichen Test des Bildbetrachters könnt ihr in diesem Artikel nachlesen. Zu einem Preis von ca. 15 Dollar könnt ihr das Codec Pack erwerben. Kleinere Updates, also zum Beispiel ein Versionssprung von 3.3 auf 3.4, sind im Kaufpreis enthalten. Möchtet ihr euch zunächst einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Lösung verschaffen, könnt ihr auch eine 15tägige Testversion herunterladen.

Auswahl der Dateiformate Das Codec Pack unterstützt den Einsatz unter Windows XP, Windows Vista, Windows 7 und Windows 8 – sowohl in den 32Bit- als auch 64Bit-Varianten. Habt ihr euch für den Kauf entschieden, erhaltet ihr nach Bezahlung via E-Mail den Link zum Download der Vollversion sowie die Bestellnummer. Diese dient gleichzeitig als Seriennummer, welche während der Installation abgefragt wird. Im weiteren Verlauf der Installation könnt ihr dann die unterstützten Dateiformate auswählen, siehe Bild.

Die unterschiedlichen Dateitypen sind in drei Bereiche unterteilt und können einzeln aktiviert oder deaktiviert werden:

Raster Formate

  • DirectX DDS
  • JPEG 2000
  • ILM OpenEXR
  • Valve Texture Format
  • Autodesk Maya IFF
  • Silicon Graphics RGB
  • Softimage PIC
  • PPM/PGM/PBM
  • Radiance HDR
  • Targa TGA
  • Photoshop PSD
  • Lightroom
  • JPS/MPO JPEG

RAW Formate

  • Adobe DNG
  • Canon CR2/CRW
  • Epson ERF
  • Fuji RAF
  • Hasselblad 3PR/FFF
  • Kodak KDC/DCR
  • Leica RAW
  • Mamiya MEF
  • Minolta MRW
  • Nikon NEF/NRW
  • Olympus ORF
  • Panasonic RW2
  • Pentax PEF
  • Samsung SRW
  • Sigma X3F
  • Sinar CS1
  • Sony SR2/ARW

Extras

  • Rawzor Previewer (komprimierte RAW- und DNG-Dateien)
  • Adobe AI/EPS/INDD
  • PDF
  • Google SketchUp
  • PhotoLine
  • Control Panel

Einsatz

Nach der Installation und Neustart des Systems integriert sich das Codec Pack nahtlos in Windows und bietet eine komfortable Vorschauansicht der aktivierten Dateitypen. Anstelle der bisherigen Symbole erscheinen jetzt verkleinerte Bilder der Datei-Inhalte, Bild 4. Ob RAW, PSD, AI, INDD, oder PDF – im Windows Explorer profitiert ihr von besserer Übersicht und einfacherer Auswahl von Dateien. Sollte die Voransicht nicht sofort funktionieren und noch immer nur die Symbole sichtbar sein, müsst ihr den Cache der Miniaturbilder löschen. Wie das funktioniert lest ihr weiter unten im Abschnitt „Vorschauansicht aktualisieren„.

Zusätzlich erhaltet ihr jetzt in der Detailansicht bei RAW-Bildern ausführliche Informationen aus den Exif-Daten, Bild 5. Neben dem Kameramodell sind dies beispielsweise die Brennweite, der ISO-Wert, der Belichtungsmodus und Farbraum. Und auch andere Dateiformate profitieren von weitergehenden Informationen. So könnt ihr bei Adobe Illustrator (AI) Dateien beispielsweise die Version sehen, mit der die Datei erstellt wurde, Bild 6.

  • Anzeige der Thumbnails mit Codec Pack

    Bild 4

  • Anzeige von Exif-Daten

    Bild 5

  • Voransicht mit Detailinformationen

    Bild 6

Übrigens: Wenn ihr die Größe der Voransicht auf „Extra große Symbole“ stellt, wird die Vorschau entsprechend hoch skaliert und bietet noch mehr Details. Doch nicht nur die Vorschau von Bildern wird erleichtert. Denn als weiteres Feature integriert sich das Codec Pack mit Zusatzprogrammen wie der Windows Fotoanzeige oder Windows Live Fotogalerie und erlaubt dort das Anzeigen von RAW-Bildern.

Vorschauansicht aktualisieren

Wenn ihr nach der Installation des FastPictureViewer Codec Packs noch immer keine Vorschauansicht eurer Dateien seht, so liegt das vermutlich am Bildcache von Windows. Standardmäßig baut Windows einen Zwischenspeicher für die Miniaturansichten der Bilder auf, um das Laden der Voransichten zu beschleunigen. Es kann also passieren, dass hier nach der Installation noch die alten Thumbnail-Bilder geladen werden.

Um dies zu umgehen, ist es notwendig diesen Cache zu löschen. Das ist mit wenigen Mausklicks getan. Geht dazu in die Systemsteuerung in den Menüpunkt „Verwaltung“. Dort findet ihr einen Eintrag namens „Datenträgerbereinigung“, Bild 7. Diese Funktion dient generell dem Aufräumen der Festplatte, ist aber gleichzeitig auch für die Zwischenspeicherung der Miniaturansichten verantwortlich.

  • Datenträgerbereinigung in Windows

    Bild 7

  • Miniaturansichten aktualisieren

    Bild 8

Setzt im folgenden Fenster einen Haken bei „Miniaturansichten“, Bild 8. Klickt dann auf OK. Anschließend startet die Bereinigung und der Zwischenspeicher wird zurückgesetzt. Jetzt sollten sich die Vorschaubilder in eurem Ordner aktualisiert haben und anstatt der Symbole die neuen Miniaturbilder präsentieren.

Zusätzliche Funktionalitäten

Ergänzend zur eigentlichen Vorschauansicht eröffnen sich mit dem Codec Pack noch weitere Möglichkeiten. So wird bei JPEG-Bildern anhand der Exif-Daten eine automatische Rotation unterstützt – sinnvoll zum Beispiel bei Portraitaufnahmen. Exif-Daten, wie Kameramodell etc.,  können zudem in der Windows Suche als Parameter herangezogen werden und erleichtern das Auffinden von Bildern.

Und auch im Zusammenspiel mit anderen Programmen ergeben sich Mehrwerte. So können ab sofort RAW-Bildern mit dem Windows Media Center wiedergegeben werden. Das funktioniert auch unter Windows 8.

Fazit

Einer für Alle…

Das FastPictureViewer Codec Pack ist ein sinnvolles Hilfsmittel, wenn ihr regelmäßig im Windows Explorer mit einer großen Anzahl unterschiedlicher Bildformate arbeitet. Dabei punktet die Software mit der RAW-Unterstützung von mehr als 400 verschiedenen Kamera-Modellen und Vorschauanzeige beliebter Dateiformate wie Adobe Photoshop (PSD), Indesign (INDD), Illustrator (AI) oder auch PDF. Eine Liste der unterstützten Kameras findet sich unten auf der Seite des Herstellers.

Durch die nahtlose Integration mit Windows erweist sich die Lösung in kürzester Zeit als sinnvoller Begleiter, den man nicht mehr missen möchte. Somit wird der Windows Explorer quasi zum Bildbetrachter und auch Zusatzprogramme wie die Windows Fotoanzeige können zukünftig eine breitere Palette von Bildformaten anzeigen.

  • Pro
    • Schnelle Voransicht
    • Unterstützt zahlreiche Bild- und Grafikformate
    • Nahtlose Integration mit Windows
    • Läuft auf 32Bit- und 64Bit-Systemen
    • Günstiger Preis
  • Contra
    • RAW-Bilder zum Teil durch Microsoft Codec Pack abgedeckt

Link zum Anbieter

FastPictureViewer Codec Pack: www.fastpictureviewer.com/codecs

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