DxO OpticsPro 10: Lohnt sich das Update?

Einleitung

Des Kaisers neue Kleider

Im Jahresrythmus bringt DxO neue Versionen seiner beliebten RAW-Entwicklungssoftware auf den Markt. Kürzlich ist Version 10 von DxO OpticsPro für PC und MAC erschienen. Grund genug, sich die wichtigsten Neuerungen anzuschauen und mit der Vorgängerversion DxO OpticsPro 9 zu vergleichen. Diesmal gibt es nicht nur Verbesserungen und neue Funktionen, sondern auch eine Änderung des Lizenzmodells. Also…viel Spaß beim Lesen!

Lizenzierung

DxO OpticsPro 11 ist verfügbar. Im Artikel stelle ich euch detailliert die Neuerungen vor.

Bisher gab es von DxO eine Standard Version und eine Elite Version. In der Standard Version waren Kompaktkameras, Spiegellose- und DSLR-Bodies (Crop-Format) enthalten. Die Elite Version unterstützte zusätzlich Vollformat-Kameras, wie z.B. die Canon 5D Mark III. Mit der Unterscheidung nach Kameratypen ist jetzt Schluss. Ab sofort gibt es eine Essential Edition für 129 EUR und eine Elite Edition für 199 EUR, die sich in den Funktionen unterscheiden. So bietet die Elite Edition zusätzlich die PRIME Rauschunterdrückung, das neue Clearview sowie eine Integration mit Adobe Lightroom. Einen detaillierten Vergleich findet ihr auf der DxO Webseite.

Der neue Arbeitsbereich

Es fällt zunächst auf, dass der Start der Software jetzt schneller läuft. Gegenüber der Vorgängerversion wirkt der Arbeitsbereich von DxO OpticsPro 10 nahezu unverändert. Die Farbgebung ist etwas dunkler und die verschiedenen Anpassungsmöglichkeiten wurden etwas anders angeordnet. So sind die Einstellungen für Belichtung, Farbe, Details und Geometrie jetzt in separaten Gruppen verfügbar. Das Weißabgleichswerkzeug lässt sich jetzt im Vollbildmodus verwenden, was etwas übersichtlicher ist.

DxO OpticsPro 9
Oberfläche von DxO OpticsPro 9

Klick für große Ansicht

DxO OpticsPro 10
Oberfläche von DxO OpticsPro 10

Klick für große Ansicht

Eine wesentliche Änderung zeigt sich im Bereich der perspektivischen Korrektur. Denn ab Version 10 führt DxO das Viewpoint Plugin zur Verwendung in OpticsPro ein. Es ersetzt die bisherige Perspektiven-Korrektur. Käufer von DxO OpticsPro 10 können die Version 1.2 des Plugins kostenfrei herunterladen. Für die erweiterten Funktionen von DxO Viewpoint 2.0 wird ein kleiner Aufpreis fällig. Ich habe mich für die Version 1.2 entschieden, da mir der Funktionsumfang in der RAW-Entwicklung reicht. Im Wesentlichen entspricht DxO Viewpoint 1.2 der bisherigen Korrektur. Die Funktionsweise ist nur minimal unterschiedlich. Das heißt, ihr arbeitet mit den Korrekturlinien zum geraden Ausrichten jetzt direkt im Vollbildmodus. In DxO OpticsPro 9 wurde dazu noch eine Vergleichsansicht angezeigt.

  • gerade ausrichten in DxO 9

    DxO 9 Perspektiven-Korrektur

  • Perspektiven-Korrektur in DxO 10

    DxO 10 Viewpoint Integration

Leider wurde ein Änderungswunsch von Anwendern in DxO 10 nicht berücksichtigt: Um einen Vorher-/Nachher-Vergleich der Bildkorrekturen zu erhalten, konnte man bis DxO 8 einfach mit der Maus in das Bild klicken. Seit DxO 9 muss man STRG+D drücken, um zwischen den Ansichten umzuschalten. Das ist unnötig umständlich.

PRIME Rauschunterdrückung

In DxO OpticsPro 9 wurde mit PRIME eine verbesserte Rauschunterdrückung eingeführt, welche insbesondere bei High-ISO Aufnahmen ihre Stärken ausspielt. Damit lassen sich solche Bilder sehr gut entrauschen. Allerdings war der Rechenaufwand dafür erheblich, weswegen es nur in Einzelfällen ausgewählt werden sollte. In DxO 10 soll dieses Manko behoben sein und die Geschwindigkeit bis zum Faktor 4 schneller sein. Um das zu überprüfen, habe ich sowohl Version 9 als auch 10 von DxO installiert. Im Test wurden vier RAW-Bilder mit 21 Megapixel und ISO 6400 im PRIME-Modus verwendet. Alle anderen Einstellungen in DxO waren deaktiviert. Testsystem war ein i7-5820k mit 32GB RAM. Und was soll ich sagen…es gibt tatsächlich einen erheblichen Geschwindigkeitszuwachs.

In DxO 9 benötigte die Entrauschung der vier Bilder 5 Minuten und 40 Sekunden. In DxO 10 nur 2 Minuten und 4 Sekunden. Das entspricht zwar nicht ganz der beworbenen Geschwindigkeit, ist aber dennoch ein sehr guter Wert. Damit lässt sich PRIME jetzt auch bei größeren Bildmengen sinnvoll einsetzen. Im direkten Vergleich der entwickelten Bilder aus DxO 9 und 10 zeigte sich zudem eine minimal bessere Detailzeichnung, der mit DxO 10 entwickelten Aufnahmen.

Neu dabei: Clearview

Doch es gibt nicht nur Verbesserungen vorhandener Funktionen. Mit Clearview präsentiert sich eine interessante Möglichkeit, bestimmte Bilder in der RAW-Entwicklung zu optimieren. Davon profitieren insbesondere Aufnahmen, die im Dunst oder Smog entstanden sind. Oder Bilder, bei denen wie im Beispiel unten, eine Gebirgskette nur diffus erscheint.

  1. Before
  2. After
Links: DxO 9 Standard / Rechts: DxO 10 Clearview

Der direkte Vergleich zwischen DxO OpticsPro 9 und 10 zeigt den Unterschied: Die im Hintergrund liegenden Berge kommen sehr viel besser zur Geltung. Insgesamt haben sich die Mikrokontraste stark verbessert. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber den bisherigen Ergebnissen. Ich werde diese Funktion zukünftig häufiger nutzen. Das reduziert den Aufwand in der späteren Bildbearbeitung.

Fazit: Umsteigen oder nicht?

Abschließend stellt sich also die Frage, ob ein Update auf DxO OpticsPro 10 lohnenswert ist. Die Antwort lautet: JEIN. Wenn ihr oft Bilder entrauscht und mit Landschaftsaufnahmen oder anderen diffusen Szenarien arbeitet, macht der Umstieg Sinn. Denn dann profitiert ihr von der gesteigerten Geschwindigkeit im PRIME-Entrauschungsmodus und der neuen Clearview-Technologie.

Sind diese Aspekte für euch nicht maßgeblich, könnt ihr aus meiner Sicht auf einen Wechsel verzichten. Denn in der Grundfunktionalität liefern sowohl DxO OpticsPro 9 als auch 10 sehr gute Ergebnisse in der RAW-Entwicklung.

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5 Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich habe das DxO pro bei gekauft und auch bei Ihnen das Update auf das DxO 7 Pro.
    Können Sie mir bitte mitteilen, was das Update auf die Version 10 kostet?
    Mit freundlichen Grüßen
    Bruno Hauser

  2. Bei uns ist das Update völlig unbrauchbar. Nach dem Download am 27.3.15 stürzt das Programm regelmäßig sofort nach dem Öffnen ab. Von DXO ist das Problem bis heute also seit 8!! Wochen nicht gelöst, der Support ist völlig unterirdisch. Ich kann nur dringend vom Kauf dieses Produktes abraten.

    • Hallo…bei mir läuft die Version 10 stabil. Aber ich hatte bei einer Vorversion auch eine zeitlang Probleme. Der Support hat sich bemüht, konnte das Problem aber nicht beheben. Erst ein späteres Release war dann fehlerfrei. Habt ihr die Software mal deinstalliert und komplett neu installiert?

      Grüße,
      Andreas

  3. Eine gute Zusammenfassung, danke dafür! Die Vorher/Nachher-Sicht ist jetzt wohl über den Mausrad-Click (M3) zu erreichen (zumindest bei mir, win7 64Bit).
    Holla

    BTW:
    – Da ich von der 8ter kam, war das Update ein sehr guter Schritt!
    – Ich bin auch bei vp 1.2.1 geblieben

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