Im Interview: Fotograf Olaf Bathke aus Kiel

Exklusiv bei fotobeam im Gespräch: Fotograf Olaf Bathke aus Kiel

fotobeam sprach kürzlich mit Olaf Bathke – dem bekannten Fotografen und Blogger aus Kiel. Im Interview berichtet er über die Bedeutung von Netzwerken, das Fotografieren von Prominenten und seine neuesten Projekte.

Seit wann fotografierst Du und wie bist Du dazu gekommen?

Mein Vater hat mir in sehr jungen Jahren eine Kodak Instamatik geschenkt. Professionell fotografiere ich seit 2003, seitdem sichert die Fotografie mein Einkommen.

Olaf

Zu welcher Tageszeit bist Du am kreativsten, und warum?

Nachts, wenn meine Familie schläft, dann habe ich nämlich meine Ruhe. 😉 Okay, kreativ werde ich, wenn ich meinen Kopf von allen möglichen Reizen befreie. Das geht besonders gut in der Natur. Auch auf langen Fahrten komme ich immer wieder auf gute Ideen.

Olaf

Wo liegen Deine Schwerpunkte? Was fotografierst Du am liebsten und weshalb?

Menschen und Wasser. Menschen fotografiere ich besonders gerne, weil ich dieses Spiel zwischen Annäherung und Abgrenzung sehr spannend finde. Ich bin ein ausgesprochen neugieriger Mensch.

Selbst bei einfachen Portraits oder wenn ich hier zu Hause in Kiel Bewerbungsfotos mache, spielt sich etwas zwischen Fotograf und Kunde ab. Dieses Zusammenspiel ist eine der spannendsten Angelegenheiten, die ich je kennenlernen durfte. Sie ist die Grundlage der Art von Fotos, wie ich sie eben so mache.

Wasser fotografiere ich gerne, weil Wasser mein Element ist. Am Wasser kann man weit blicken, dass mag ich als Mensch, der im plattesten Landstrich der BRD geboren wurde, besonders gerne.

Olaf

Fotografierst Du regelmäßig und veröffentlichst Du Deine Bilder?

Ich fotografiere nicht täglich, aber mehrmals die Woche. Meine Fotos zeige ich eigentlich nur noch auf meinen Homepages. Es gab mal einige Versuche, in Fotoforen aktiv zu sein, jedoch musste ich feststellen, dass diese Fotocommunities ein Schritt in die falsche Richtung sind und einer persönlichen Weiterentwicklung nicht dienlich sind.

Weil meine Fotos von einer Bildagentur vermarktet werden, habe ich nicht immer den Überblick, wo sie veröffentlicht werden. Da bin ich manchmal selber überrascht, wenn ich mal wieder im Stern ein Foto von mir entdecke.

Olaf

Was inspiriert Dich am meisten im Leben?

Das Reisen durch fremde Länder und das „Sich der Natur Aussetzen“.

Olaf

Welche Ausrüstung nutzt Du und warum gerade diese?

Ich arbeite vorwiegend mit Canon Bodies und Canon Objektiven. Gerne arbeite ich mit Festbrennweiten. Nur noch selten nutze ich Zoom Objektive.

Olaf

Welche fotografischen Tipps und Tricks kannst Du uns verraten?

Fotografische Tipps und Tricks verrate ich in dem ältesten deutschsprachigen Blog über Fotografie: olafbathke.de/deutscher-blog. Neuerdings blogge ich auch in englischer Sprache: olafbathke.de/photography-blog

Macht es, wie ich: Teilt Euer Wissen mit anderen, dadurch werdet Ihr klüger.

Wichtig finde ich es immer mehr, dass man sich ein offenes Netzwerk aufbaut. Über solche Netzwerke kann man eine Menge lernen und seinen Horizont erweitern. Zur Fotografie gehört ja nicht nur, dass man weiß, wie man die Verschlusszeit einstellt. Offene Netzwerke helfen Euch, an die Informationen zu gelangen, die für einen selbst tatsächlich wichtig sind.

Geschlossene Fotocommunities sollte man eher meiden. Dort erhält man stets vorgekaute Informationen, die schon tausendmal abgeleckt wurden. Eine gute Basis für das eigene Netzwerk ist ein persönlicher Blog und soziale Netzwerke, die immer wieder auf den eigenen Blog verweisen. Ich habe ein Twitterverzeichnis für deutschsprachige Fotografen gegründet, über das ich schon richtig interessante Kontakte aufgebaut habe.

Hier ist ein anderes Netzwerk, dass ich ins Leben gerufen habe: Hochzeitsfotografen helfen Hochzeitsfotografen.

Olaf

Gibt es bevorzugte Locations für Deine Shootings?

In der Landschaftsfotografie zieht es mich regelmäßig nach Norwegen.

Menschen fotografiere ich überall, manchmal sogar auf dem Klo.

Olaf

Kannst Du unseren Lesern von einer interessanten Begebenheit bei einem Deiner Shootings berichten?

Vielleicht erzähle ich mal kurz davon, wie ich Helmut Schmidt fotografierte. Das Vergnügen hatte ich nämlich vor kurzem. Ich wusste, dass er Fotografen nicht gerne viel Zeit für das Fotografieren zuspricht. Das hatte mir ein Kollege mal berichtet.

Als ich ihn dann fotografieren sollte wusste ich warum: Er hat so eine tolle Ausstrahlung, dass man nach relativ kurzer Zeit ein richtig gutes Foto von ihm machen kann. Allerdings sollte man vorbereitet sein.

Bei dem besagten Fototermin erlaubte er einem AP Fotografen und mir in einem relativ kurzem Zeitfenster, Fotos zu machen. Allerdings verbot er den Einsatz von Blitz. Dies überforderte den Kollegen derartig, dass er kein Foto gemacht bekam. Natürlich war das bei mir anders…

Olaf

Was sind Deine bevorzugten Webseiten zum Thema Fotografie?

Peta-pixel: Es ist beeindruckend, was da täglich an Informationen zusammengetragen wird.

Stockphoto: Witzig, wie man dort Bildsprache reflektieren kann.

Olaf

Verwendest Du Blitzanlage und Lichtformer oder improvisierst Du?

Sehr selten arbeite ich mit Kunstlicht. Wenn dann halte ich den Aufwand eher gering und unspektakulär. Diese NEO Strobist Welle habe ich noch nie so richtig verstanden.

Olaf

Was würdest Du einem angehenden Fotografen raten, um seinen Traum zu erfüllen?

Verkaufe Dich nie unter Preis, arbeite fleißig und bewahre Dir Deine Leidenschaft.

Olaf

Wie sind Deine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Menschen/Modellen?

Niemals Knoblauch essen vor einem Fototermin, dann werden die Fotos nichts.

Olaf

Wie ist Dein Workflow in der fotografischen Nachbearbeitung?

Auf der Hardwareseite arbeite ich mittlerweile nur noch mit Appleprodukten. Die Software zur Bildbearbeitung kommt von Adobe. Für die Bildbearbeitung nutze ich nur noch Lightroom. Photoshop nutze ich eigentlich nur noch für Speicherroutinen. Ich archiviere eigentlich nur noch in Adobe Raw, Kundenfotos werden auch in JPG abgespeichert, selten in TIFF. Mein Archiv besteht aus mehreren mobilen Festplatten mit ca. 12 Terrabyte Speicherkapazität.

Olaf

Kannst Du uns etwas zu neuen/anstehenden Projekten verraten?

Zwei größere Projekte sind noch nicht zu Ende gedacht, so dass ich davon noch nichts berichten möchte.

Meine Öffentlichkeitsarbeit richte ich gerade auf die englische Sprache aus. Dies ist auch der Grund, warum ich mittlerweile einen Blog in englische Sprache pflege. Natürlich ist das eine ziemlich Umstellung und erfordert von mir ne Menge Arbeit und Umdenken. Die Texte sind noch etwas holperig, erfüllen aber ihren Zweck. Von dieser sprachlichen Neuausrichtung verspreche ich mir eine breitere Vernetzung.

Dann plane ich zurzeit einen Workshop zum Thema Landschaftsfotografie. Diesen Workshop werde ich wahrscheinlich mit einem guten Freund an einem fernen Ort anbieten. Darüber werde ich natürlich in meinem Blog informieren.

Olaf

Vielen Dank!

fotobeam

 

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5 Kommentare

  1. Sehr sehr gute Hinweise im Abschnitt Tipps & Tricks. Den Blog habe ich mir direkt mal in die Favoriten gelegt und was Olaf Bathke zum Thema Vernetzung, Austausch von Wissen und offener Kommunikation (im Internet) sagt, kann man nur doppelt unterstreichen.

  2. Da habe ich aber großes Pech gehabt, dass Herr Bathke erst seit 2010 professionelle Fotos macht. Ich habe vor einem Jahr Bewerbungsfotos machen lassen. Für stolze 100 Euros ( verkaufe dich nie unter Preis ). Und die knapp 140 Aufnahmen waren allesamt mies, so dass wir zu fünft arge Schwierigkeiten hatten, auch nur 4 auszuwählen, die ich abnehmen musste.
    Auch meine mehrfachen Mails, dass ich unglücklich bin mit den Aufnahmen, die eher meiner Großmutter als mir selbst ähnelten, wurden abgewiegelt. Seine Frau hatte sie für gut befunden. Soviel zum Thema Quelle der Inspiration. Ich war also als Kundin sehr enttäuscht.

  3. Hm, interessant die hier angesprochene Begebenheit mit Helmut Schmidt. Ich war neulich auf der Seite von Olaf Bathke und war eher kollegial peinlich berührt von diesem Foto. Dieses Foto, die Farbaufnahme, von Helmut Schmidt ist einfach richtig schlecht. Und ich war eben sehr peinlich berührt, dass ein Kollege von mir so ein Foto online stellt, wo ein Mensch – immerhin ein Mensch, dem man mit Ehrerbietung und Würde begegnen kann – so unnötig hässlich abgebildet ist, weil schlicht für das Alter in dem man ein etwas feisteres Gesicht hat aus der völlig falschen, noch dicker machenden Perspektive von unten, fotografiert. (Gleiches gilt übrigens für das Foto von Schröder: wenn man keine Fotos ohne Halslappen über dem Hemdkragen hinbekommt, dann eben keine veröffentlichen! Punkt! Es gibt da so etwas wie eine Fotografenehre gegenüber den Porträtierten!)

    Und wenn ich dann noch lese, dass Herr Bathke dieses Foto benutzt, um in diesem (reinen Werbe-)Interview (ein Link reicht, mehr spricht nur für redaktionelle Unglaubwürdigkeit) gegen seinen on the job anwesenden Kollegen auszuteilen: es ist asozial und professionell völlig inkompetent. Offensichtlich fehlt Herrn Bathke ein wenig die notwendige Eigenkritik seinen Fotos gegenüber. Möge er vielleicht einmal die vielen Fotos seiner Kollegen im Web gerade von Helmut Schmidt angucken, die wirklich sehr gut sind – davon gibt es nämlich sehr viele – um sein eigenes Können etwas kritischer zu hinterfragen. Auch seine Bewerbungsporträts scheinen ja mehr von Hintergründen dynamisiert als von den eigentlich fotografierten Personen. Und wie kann man z. B. einem Porträtierten im Querformat IM Anzugsknoten abschneiden? Freestyle bei Bewerbungsfotografie ist gut und schön – aber bitte nicht die Regeln zuungunsten des Porträtierten verletzten. Da möchte nämlich zufällig jemand mit seinem Foto einen guten Eindruck machen und sich eine künftige berufliche Perspektive aufbauen. Die hat nicht der Fotograf dummdreist für’s eigene Ego auf’s Spiel zu setzen!

    Merke: wer im Internet gut für sich werben kann als Fotograf, muss nicht gleichzeitig auch ein guter Fotograf sein. Nichts gegen Bathkes Landscapes aber was Porträts anbelangt: lieber noch etwas üben! Vor allem sich bitte nicht negativ über Kollegen äußern.

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