Umstieg auf DSLR: worauf achten?

Gastartikel: Geschrieben von Michael Omori Kirchner

Umstieg auf die DSLR

Kompakt vs. DSLR

Zahlreiche Hersteller und noch mehr Kameramodelle buhlen um das Interesse potentieller Kunden. Unterschiede im Preis mögen offenkundig sein, doch beim Leistungsprofil gestaltet sich ein objektiver Vergleich meist deutlich schwerer. Obwohl als Hobby ausgeübt, kommen viele Fotografen an einen Punkt, an dem wachsende Ambitionen nicht mehr mit den technischen Gegebenheiten einer Kompaktkamera realisierbar sind. Worauf zu achten ist, sollte dieser Wechsel auch bei euch anstehen, erfahrt ihr in diesem Ratgeber.

Mehr Gewicht aber ein Plus an Flexibilität

Auf der einen Seite stehen das Gewicht und die nicht gerade handlichen Abmessungen einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR). Ein klares Manko gegenüber den leichten und kleinen Kompaktkameras. Für Fotografen, die ihre Kamera vornehmlich im Freien gebrauchen und zudem noch aktiv sind ein nicht unerhebliches Argument.

Flexibilität im Fokus

Demgegenüber bringt dieser Größen- und Gewichtsunterschied auch gravierende Vorteile mit sich. Angefangen bei den gestalterischen Möglichkeiten, die sich aus dem reichen Fundus der Wechselobjektive ergeben. Vom Ultra-Weitwinkel bis hin zu Superzoom-Objektiven existiert eine immense Bandbreite. Es steht dem DSLR-Fotografen demnach ein potentieller Brennweitenbereich zur Verfügung, den keine Kompaktkamera dieser Welt abbilden könnte. Zudem gilt die Faustregel, dass mit spezifischeren Fotomotiven auch eine Spezialisierung der Optik notwendig wird. So wären Tierfotografen ohne leistungsstarke Zoom-Objektive sicher deutlicher eingeschränkter in ihrer Motivwahl. Ein Faktor der sich auf viele Fotomotive erweitern lässt.

Ein weiterer Vorteil der Wechselobjektive ist deren Vergütung. Gerade bei Festbrennweiten sind die Abbildungsleistungen in der Regel um ein vielfaches größer als bei einer Kompaktkamera. Bildfehler, wie Randunschärfen, Vignettierungen, Verzeichnungen und chromatische Aberrationen treten bei gut vergüteten Objektiven deutlich seltener oder zumindest in einer geringeren Intensität auf.

Kameratechnik und Funktionen im Vergleich

Neben der Vielfalt des Kamerazubehörs besticht die Technik der DSLR deutlich durch Leistung. Die Sensorgröße, sozusagen das Maß für die Bildqualität einer Kamera, ist um ein vielfaches größer als bei einer Kompaktkamera. Selbst digitale Spiegelreflexkameras im Einsteigersegment erzielen schon eine deutliche Verbesserung in puncto Bildqualität. Dieser Trend nimmt bis zum Vollformatsensor zu, der einem Kleinbildäquivalent entspricht.

Kreativität gewinnt…

Ein klarer Pluspunkt für die DSLR ist die Erweiterung der fotografischen Entscheidungsfreiheit. Dienen zahlreiche Motivprogramme bei einer Kompaktkamera dem automatischen Umgang mit den unterschiedlichsten Fotosituationen, erlaubt die DSLR auf Wunsch mehr Einflussmöglichkeiten. Hier ist zu beachten, dass die Vielfalt der Einstellungen stark variieren kann. Im Profi-Segment fehlen Motivprogramme und Automatikfunktion meist gänzlich. Modelle für Einsteiger und Fortgeschrittene decken jedoch die gängigen Aufnahmesituationen durch automatische Modi ab. Hinzu kommen halbautomatische Einstellungsvarianten. Kurzum erfordert die Anschaffung einer DSLR mehr Aufmerksamkeit vom Fotografen, um die Vorgänge gezielt beeinflussen zu können.

Was sind die entscheidenden Kaufkriterien?

Den entscheidenden Anhaltspunkt beim Umstieg von einer Kompaktkamera auf eine DSLR liefert euch euer fotografisches Interesse. Sportfotografen, denen es um das Einfangen schneller Bewegungsabläufe geht, legen auf andere technische Details Wert als ein Portraitfotograf. Möchtet ihr jedoch die Reize der ganzen fotografischen Bandbreite ausschöpfen, ist ein wahrer Generalist gefragt. Ist diese Frage für euch geklärt, geht es an die bereits angesprochene Modellvielfalt. Kamerahersteller grenzen ihre Systemwelten von anderen namhaften Herstellern weitestgehend ab. So erlauben Nikon-Kameras nicht den Einsatz von Canon-Wechselobjektiven. Ausnahmen bieten hier nur klassische Fremdhersteller, wie Sigma oder Tamron. Wer sich also eine DSLR inklusive Zubehör zulegen möchte, sollte diesen Umstand beim Vergleich verschiedenster Modelle und Objektive mit einfließen lassen.

Auf Megapixel kommt es an!?

Für viele Käufer ist zudem die Anzahl der Megapixel ein klares Kaufkriterium und Index für Qualität. Leider mitnichten, denn die Auflösung korreliert stets mit der Größe des verbauten Sensors. Da der Sensor in DSLR-Kameras deutliche größer dimensioniert ist als in Kompaktkameras, sinkt das Risiko von Qualitätseinbußen durch unerwünschtes Bildrauschen. Die hohe Auflösung einer digitalen Spiegelreflexkamera bringt jedoch auch eine höhere Datenmenge mit sich. Daher ist es ratsam auf schnelle und ausreichend große Speicherkarten zurückzugreifen. Alle Spiegelreflexkameras bieten zudem den Vorteil, dass sich Bilder im Rohdaten- und JPEG-Format speichern lassen. Für eine nachträgliche Bildbearbeitung, die dem Fotografen ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit ermöglicht, sollten stets die Rohdaten (Raw) genutzt werden. Bei ihnen hat noch keine Komprimierung der Bilddetails stattgefunden, die stets mit dem Speichern im JPEG-Format einhergeht.

Fazit

Wer bereit ist mehr Gewicht mit sich zu führen und zudem mehr Zeit und Geld in sein Hobby zu investieren, wird die zahlreichen Vorteile einer DSLR zu schätzen wissen. Schließlich erlangt der Fotograf ein facettenreiches Gestaltungsmittel, mit dem sich nahezu jede fotografische Situation meistern lässt. Damit gehören die ständigen Limitierungen einer Kompaktkamera der Vergangenheit an. Doch am herausragendsten ist zweifelsohne das Plus in puncto Bildqualität. Hier spielt jede DSLR ihren Vorteil gegenüber einer Kompaktkamera aus, ganz gleich in welcher Preisklasse sie angesiedelt ist.

Über den Autor
Michael Omori Kirchner arbeitet als selbständiger Fotograf in Heidelberg. Zu seinen Kunden gehören Firmen wie Sony, Nike, SAP und Siemens. Außerdem teilt er in seinem Blog FOTOGRAFR Gedanken und Tipps zur Fotografie.

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