Top 5 Tipps für bessere Bilder

Einleitung

Haben ihr euch auch schon gefragt, warum manche Bilder einfach besser aussehen als andere? Die Antwort liegt auf der Hand. Der Fotograf war gut vorbereitet und hatte Mut, Neues zu probieren. Ihr habt es also selbst in der Hand, aufregende und abwechslungsreiche Fotos zu machen, die sich vom Standard abheben. Welche grundlegenden Aspekte ihr dabei beachten solltet und welche nützlichen Helfer es gibt, erfahrt ihr in den folgenden Top 5 Tipps für bessere Bilder.

1. Vorbereitung ist alles

Auf den Augenblick kommt es an…

Plötzlich ist er da, der eine Moment. Wenn ihr jetzt erst eure Kamera herausholen und notwendige Einstellungen vornehmen müsst, kann es schon zu spät sein. Also: Kamera immer griffbereit halten, entweder mit dem Kameragurt über die Schulter oder in einer Tasche mit Schnellzugriff. Einen interessanten Kameragurt habe ich übrigens in diesem Artikel vorgestellt. Vielleicht nutzt ihr auch den Standby-Modus eurer Kamera. Dies verkürzt die Bereitschaftszeit bis zur Aufnahme und erhöht nur geringfügig mehr den Stromverbrauch der Akkus.

Je nach Einsatzszenario kann es außerdem sinnvoll sein, die Automatik oder Halbautomatik zu nutzen. Auch wenn die Kreativprogramme (Blendenautomatik, Zeitautomatik, Manuell) mehr Möglichkeiten eröffnen, erfordern sie doch eine genauere Einstellung der jeweiligen Parameter. Das kostet oft wertvolle Zeit, die ihr gegebenenfalls nicht habt. Und was nützen euch die besten Einstellungen, wenn der entscheidende Augenblick verflogen ist.

2. Eine Frage der Perspektive

Jetzt liegt es vor euch: das Objekt der Begierde. Doch es wurde schon 1000fach fotografiert. Sei es der Eifelturm, das Kolosseum oder die Oper in Sydney. Um sich hier nicht in die unendliche Folge ähnlicher Bilder einzureihen, ist Kreativität gefragt. Verändert den Blickwinkel! Bewegt euch und entdeckt neue Perspektiven und Sichtweisen.

Habt Mut und probiert euch aus. Schon eine leichte Veränderung kann ein Objekt in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. So verleihen beispielsweise Fotografien aus der Froschperspektive oder angeschrägte Bilder dem Geschehen eine ganz neue Dynamik. Auf diese Weise lassen sich auch unerwünschte Objekte, wie z.B. der Bauzaun oder eine Menschengruppe, ausblenden.

3. Schluss mit Verwacklern

Manfrotto Ministativ mit Kugelkopf Des einen Last, des anderen Freud. Getreu diesem Motto empfiehlt sich der Einsatz eines Stativs. Denn ein Bildstabilisator allein ist in vielen Situationen nicht mehr ausreichend. Auch wenn es zunächst ein Mehr an Gewicht bedeutet, trägt ein Stativ doch letztlich zu besseren, weil unverwackelten Bildern bei.

Moderne Stative überzeugen heutzutage durch ein geringes Gewicht und Packmaß. Bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder in Gebäuden sind sie ein unverzichtbarer Begleiter. Erst durch ein Stativ gelingen auch hier rauscharme, scharfe Fotos. Dabei habt ihr die Wahl zwischen den unterschiedlichsten Ausführungen, Materialien (z.B. Aluminium, Holz oder Carbon) und Gewichtsklassen.

Ein Tipp: oftmals ist in Kirchen, Museen und anderen Einrichtungen der Einsatz eines größeren Dreibein-Stativs untersagt. Hier könnt ihr euch möglicherweise mit einem Einbein-Stativ oder einem Kleinststativ behelfen. Die Abbildung zeigt ein solches Stativ von Manfrotto mit Kugelneiger von Novoflex. Diese kleinen Stative können beispielsweise auf Podesten oder Geländern positioniert werden. Im Test zur Kombination aus Feisol und Novoflex erfahren ihr mehr über ein gutes Zusammenspiel von Stativ und Kugelkopf.

4. Die Wahl der Waffen: das Objektiv

Welche Linse darf es sein?

Zoom, Festbrennweite, Makro, Weitwinkel ? Der Einsatzzweck bestimmt das zu verwendende Objektiv. In Städten seid ihr mit einem Zoomobjektiv meist gut beraten. Als Ergänzung kann ein (Ultra-)Weitwinkel Sinn machen. Denn nicht immer lassen sich aufgrund räumlicher Beschränkungen die zu fotografierende Objekte bildfüllend ablichten. Ein Weitwinkel-Objektiv umgeht dieses Problem durch seinen enormen Blickwinkel. Spezielle Varianten, wie z.B. Fisheye-Objektive, bieten oft einen noch größeren Blickwinkel und eröffnen spannende, kreative Möglichkeiten. Generell ist eine Lichtstärke von mindestens 1:4 empfehlenswert. Für Aufnahmen in Gebäuden möglichst 1:2,8. Zusätzlich ist ein Bildstabilisator hilfreich, um Aufnahmen aus der Hand zu erleichtern.

Canon EF Objektive Speziell für Architektur-Fotografie empfiehlt sich der Einsatz von sogenannten Tilt-Shift-Objektiven, mit denen sich perspektivische Verzerrungen korrigieren lassen. Diese Objektive sind allerdings recht teuer und setzen Erfahrung in der Bedienung voraus. Alternativ könnt ihr die optische Korrektur auch in der Nachbearbeitung vornehmen. Software-Lösungen, wie z.B. DxO Optics Pro oder Adobe Photoshop, unterstützen durch sinnvolle Features und einer breiten Palette an Korrektur-Werkzeugen. Hier sind allerdings Qualitätsverluste zu berücksichtigen.

Bei Landschaftsaufnahmen ist die Nutzung einer Festbrennweite problemlos möglich. Meist steht genug Vorbereitungszeit zur Verfügung, um Kamera und Objektiv bestmöglich zu positionieren. Ein Zoom- oder Tele-Objektiv, wie es auch für Tierfotografie verwendet wird, ist hier nicht zwingend nötig.

5. Fotografieren, aber bitte gefiltert

Polfilter Die ungefilterte Wahrheit sieht manchmal wenig schmeichelhaft aus. Das trifft ebenso auf Fotografien zu. Denn ein besonders großer Dynamikumfang oder störende Lichtreflexe können eine Aufnahme ruinieren. Hier gibt es zwei sinnvolle Helfer: den Grauverlaufsfilter und Polfilter. Mit einem Grauverlaufsfilter gleicht ihr Kontrastunterschiede in eurem Motiv aus, also beispielsweise zwischen Himmel und Erde.

Ein Szenario zur Veranschaulichung: über einem dunklen Wald strahlt der Himmel. Im Normalfall erhaltet ihr entweder einen gut belichteten Himmel (der Wald versinkt in Schwarz) oder einen gut belichteten Wald (der Himmel überstrahlt). Der Grauverlaufsfilter löst dieses Problem, indem ihr ihn auf das Objektiv schraubt und entlang des Horizonts ausrichtet. Die Belichtung wird dann auf den Wald gemessen. Der Grauverlauf des Filters im Himmel sorgt dann für einen gleichmäßig ausbelichteten Bildeindruck. Alternativ könnt ihr euch mit einer Belichtungsreihe behelfen.

Polfilter mit gutem Preis-Leistungsverhältnis gibt es z.B. von Hoya.

Der andere Helfer, ein sogenannter Polfilter, unterstützt in zweierlei Hinsicht: Durch Drehen des Filters auf dem Objektiv lassen sich störende Reflexionen, zum Beispiel in Fenstern, entfernen. Meist erscheinen auch Farben satter. Ein solcher Polfilter, wie er beispielsweise von Hoya oder B+W angeboten wird, ermöglicht zudem das Fotografieren von Objekten unter einer spiegelnden Wasseroberfläche – ihr könnt also beispielsweise Steine im Wasser aufnehmen, die ihr normalerweise nicht seht. Ein zweiter Einsatzbereich ist die Betonung des Himmels. Durch die korrekte Ausrichtung bzw. Drehung des Filters, bekommt der Himmel einen ansprechenden Farbverlauf und Wolken erscheinen kontrastreicher. Die Stärke dieses Effektes ist allerdings abhängig vom Einfallswinkel der Sonnenstrahlen.

Worauf ihr beim Kauf eines Polfilters achten solltet und wie eure Bilder davon profitieren, erfahrt ihr in diesem Artikel.
Beim Kauf solltet ihr auch auf die Dicke des Filters achten. Je nach Brennweite kann es insbesondere bei Weitwinkel-Aufnahmen sonst zu Vignettierungen kommen. Die Hersteller bieten daher spezielle Slim- oder HD-Varianten an, die diese Eigenschaft nicht aufweisen. Bei extremen Weitwinkel-Bildern tritt jedoch noch eine andere Problematik auf: eine ungleichmäßige Wirkung des Filters, die in einem inhomogenen Bild resultiert. Dies ist aufgrund des großen Blickwinkels nicht anders lösbar.

Übrigens: von einem UV-Filter solltet ihr absehen. Diesen Filtern wird eine Schutzwirkung bzw. Verbesserung der Bildqualität zugesprochen. Während sich über die Schutzwirkung noch streiten lässt, ist zumindest eine bessere Abbildungsleistung nicht zu erwarten. Denn die zusätzliche Glas-Schicht reduziert eher die Bildqualität und erhöht die Gefahr von Reflexionen. Habt ihr  also eher die Schutzwirkung im Sinn, ist der Einsatz einer Streulicht- bzw. Gegenlichtblende die bessere Wahl.

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