Portraitfotografie: Darauf solltet ihr achten

Gastartikel: Geschrieben von Uwe Klein

Auf dem Weg zu guten Portraitbildern

Handwerk und Kunst vereint

Bei der Portraitfotografie handelt es sich um Handwerk und Kunst zugleich. Der Grund hierfür sind die unterschiedlichen Arten dieser Fotografie. Grundlage für eine erfolgreiche Portraitfotografie ist aber ebenfalls ein umfangreiches technisches Wissen. Dies bezieht sich vor allem auf die Handhabung der Kamera, die Nutzung unterschiedlicher Objektive und das Verständnis für Licht. Seit die digitale Fotografie Einzug gehalten hat, spielt obendrein die Nachbearbeitung eine sehr bedeutend Rolle.

Grundsätzlich kann die Portraitfotografie zwar als sehr komplex angesehen werden. Dennoch ist sie ideal, um sich als Einsteiger alle nötigen Kenntnisse anzueignen. Zudem sorgt diese Art der Fotografie dafür, dass ihr die ganze Welt um euch herum mit anderen Augen betrachten werdet.

Die unterschiedlichen Arten der Portraitfotografie

Immer noch ist der Glaube weit verbreitet, dass es sich bei einem Portrait immer um das Gesicht einer einzelnen Person handeln muss. Das ist jedoch ein Irrglaube, denn es existieren ebenfalls Gruppenportraits. Sie entstehen beispielsweise auf Hochzeiten oder bei der Aufnahme von Klassenfotos. Es ist aber auch möglich, Portraits mit nur einer Person in unterschiedliche Kategorien zu unterteilen. Wobei in der Hinsicht ausschlaggebend ist, wie groß der Ausschnitt gewählt wird, den ihr von der Person fotografieren möchtet. Des Weiteren lassen sich Portraits anhand ihrer Bestimmung unterteilen. Die Palette reicht in dem Zusammenhang von zweckmäßigen Portraitaufnahmen, wie Bewerbungsfotos, über emotionale Aufnahmen bis hin zu wirklichen Kunstportraits.

Was sollten Anfänger beachten?

Portrait eines alten Mannes Prinzipiell ist es empfehlenswert, dass ihr zu Beginn in einem Studio bei Kunstlicht arbeitet. Das hat den Vorteil, dass ihr als Anfänger nicht unter Zeitdruck steht, da sich das Licht nicht ändern wird.

Im Freien besteht zudem das Problem, dass ihr euch ständig auf die wechselnden Lichtverhältnisse einstellen müsst und dies kann gerade zu Beginn sehr schwierig sein. In einem Studio ist es jedoch möglich, sich komplett auf das jeweilige Motiv zu konzentrieren, denn es existieren kaum störende Faktoren.

Am Anfang solltet ihr Stillleben nutzen. Diese befinden sich in Ruhe und so ist es für euch leichter, sich auf die Beleuchtung zu konzentrieren. Der Umgang mit der Kamera wird im Laufe der Zeit dann immer sicherer werden, sodass schon bald enorme Fortschritte zu verzeichnen sein werden. Ist dies der Fall, so könnt ihr mit lebendigen Models weiter üben. An der Stelle ein kleiner Tipp: Äußert eure Unzufriedenheit mit einem Bild nie laut. Die meisten Models beziehen diese Kritik auf sich und das würde sich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit negativ auf die kommenden Bilder auswirken.

In puncto Fotoausrüstung ist zu sagen, dass ihr zu Beginn auf keinen Fall in eine riesige Ausrüstung investieren solltet. Dies verursacht nur horrende Kosten. Sicher, gute Kameras sind meist ein wenig hochpreisiger. Allerdings ist es so, dass selbst die besten Kameras veraltet sein werden, wenn ihr so weit seid, dass ihr das komplette Leistungsspektrum nutzen könnt. Gute und günstige Modelle findet ihr vor allem dann, wenn neue Geräte vom Hersteller eingeführt werden. Diese Gelegenheit solltet ihr nutzen.

Prinzipiell solltet ihr darauf achten, dass möglichst viele Einstellungen manuell vorgenommen werden können, und zwar punktgenau. Sicher, die automatischen Einstellungen der modernen Kameras sind gut, aber sie haben mit der Portraitfotografie nicht viel zu tun. In dem Zusammenhang solltet ihr auch wissen, dass eine perfekte Einstellung nicht zwangsläufig zu einem perfekten Bild führt. So kann ein Unschärfegrad bei manchen Motiven durchaus sehr reizvoll sein.

Die Beleuchtung

Wenn ihr zu den Anfängern zählt, so solltet ihr lediglich eine Lichtquelle nutzen. Auf diese Weise könnt ihr besser lernen, wie sich welches Licht auswirkt und wie dieses genutzt werden sollte. Nach einer gewissen Übungszeit können dann nach und nach mehr unterschiedliche Lichter genutzt werden.

Blitz von rechts

Blitz von rechts

mit Aufhellblitz links

Blitz von links und rechts

Im Allgemeinen gibt es für die Beleuchtung von Portraits keine festgelegten Regeln. Möglich ist vieles und so hilft nur ausprobieren. Trotzdem sollten Anfänger auf eine frontale Beleuchtung verzichten. Der Grund hierfür ist die Wirkung des Models in diesem Licht. Sie ist eher flach und das Plastische geht verloren. Die typische Beleuchtung bei Portraitaufnahmen ist die Beleuchtung von der Seite. Zudem ist es möglich die Lichtquelle so zu positionieren, dass das Modell von oben oder unten beleuchtet wird. Sehr interessant werden Bilder ebenfalls, wenn die Beleuchtung von hinten erfolgt.

Der richtige Hintergrund

Bei Portraitaufnahmen steht die Person im Vordergrund. Aus diesem Grund sollte dem Hintergrund sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Sicher ist es so, dass ihr dies jetzt für verwirrend haltet. Aber diese Tatsache ist leicht erklärt: Wird beispielsweise ein zu bunter oder unruhiger Hintergrund gewählt, so kann es sein, dass dieser vom Motiv ablenkt. Des Weiteren kann es sein, dass ein falsch gewählter Hintergrund zu Problemen bei der Beleuchtung führt oder sich negativ auf die Tiefenschärfe auswirkt. Obendrein führt ein gut gewählter Hintergrund dazu, dass die Bearbeitung am Computer bedeutend leichter vonstattengeht.

Über den Autor
Uwe Klein ist Experte auf dem Gebiet der Fotografie und betreibt zu diesem Thema einen eigenen Blog unter http://foto-poster-druck.com

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