Richtig fotografieren für den Posterdruck [Sponsored Post]

Von Pixeln und Punkten

Dank moderner Technologien und bezahlbarer Internet Dienstleister ist es mittlerweile nicht mehr schwer, das eigene Foto als Poster auszudrucken. Doch im Vorfeld solltet ihr einige Punkte beachten, damit das finale Ergebnis euren Vorstellungen entspricht. Ein Wichtiger Aspekte ist das Verständnis über die Auflösung. Ein Bild teilt sich auf in seine Bildpunkte oder Pixel, wobei sich seine Auflösung in Pixeln je Zoll (2,54 cm) ausdrückt. Je höher also diese Pixelzahl pro Inch (ppi) ausfällt, umso feinere Details erscheinen im Bild noch klar.

Analog bezeichnet dpi die Druckerauflösung als Anzahl der feinsten Punkte, die ein Drucker in einen Zoll einer Druckzeile platziert. Hersteller von Digitalkameras meinen also nicht die Bildauflösung ihrer Produkte, wenn sie eine Anzahl von Megapixeln als Auflösung der jeweiligen Kamera angeben. Stattdessen meinen sie die Zahl der Bildpunkte, die eine Aufnahme mit diesem Gerät aufweist. Bei fester Bildfläche bedeutet allerdings eine höhere Zahl von Pixeln eine höhere Bildauflösung. Damit lässt sich die Angabe von n Megapixeln im Sinne von n Millionen Pixeln als grober Auflösungsindikator der Kamera interpretieren.

Auf die Auflösung kommt es an

Gerade für den Posterdruck gilt: Eine hohe Auflösung lässt sich nur ersetzen durch noch mehr Auflösung. Doch existiert in diesem Sinne die für alle Fälle richtige Mindestqualität des zu druckenden Fotos nicht. Statt dieser erzwingen etliche Faktoren des gegebenen Motivs dessen individuelle Mindestauflösung für seine Reproduktion als eindrucksvolles Poster. Unterhalb jener Auflösung empfinden sonst die meisten Betrachter des Posters dessen erwünschten Effekt nicht mehr deutlich.

So lässt sich zum einen ein diffuses Motiv als Bild von drei Megapixeln auf ein wirkungsstarkes Poster von einem Meter Breite drucken. Zum anderen wirkt ein hoch differenziertes Bild selbst bei doppelter Pixelzahl und halber Druckbreite unangenehm verwaschen, falls der Betrachter bei guter Beleuchtung recht nahe an das Poster herantreten kann.

Bilder großformatig drucken Vielleicht will sich der unerfahrene Fotograf zunächst doch einmal an grobe Erfahrungswerte halten, um beim Ausdruck keine zu arge Enttäuschung zu erdulden. Als praktische Faustformel empfehlen wir bei n Megapixeln eine Fläche von nicht viel mehr als n x n x 500 Quadratzentimetern für gängige Posterformate. Bei sechs Megapixeln ergeben sich beispielsweise 18.000 Quadratzentimeter, sodass ein typisches Posterformat von etwa 100 x 150 cm mit 15.000 Quadratzentimetern für die meisten Motive eine sehr akzeptable Reproduktion erhoffen lässt.

Bezogen auf Poster reichen für eine annehmbare Qualität oft schon bescheidene 75 ppi, selbst bei großflächigeren Formaten ab ca. 70 x 100 cm – solange besonders feine Details und Texte ausfallen dürfen. Entsprechend zeigen sich bereits 100 bis 150 ppi recht akzeptabel, wenn eventuelle Texte nicht zwingend mühelos lesbar sein sollen. Deutlich höhere Werte bis zu 200 ppi empfehlen sich daher für Texte und feine grafische Komponenten, etwa Firmenlogos. Beim üblichen Mindestabstand des Betrachters zum Poster von etwa 50 Zentimetern machen höhere Auflösungen als 150 ppi gewöhnlich keinen Sinn: Entsprechend feine Details ließen sich ohnehin nicht ausmachen.

Tipps zur Posterfotografie

Allgemeine Hinweise zum Aufnehmen von Bildern decken auch Aspekte der Belichtung in der Posterfotografie ab. Beim Blitzeinsatz bleibt allerdings besondere Vorsicht geboten: Unnatürliche Highlights, also überbelichtete Stellen im Bild, fallen im großflächigen Druck noch störender auf.

Die Auflösung entscheidet über die Qualität Zur Farbkomposition hingegen entfallen alle Warnungen früherer Jahrzehnte: Moderner Druck reproduziert auch feinste Auflösung stärkster Farbkontraste hervorragend. Außerdem kalibrieren professionelle Dienstleister ihre Ausgabegeräte täglich, um insbesondere eine reproduzierbare Wiedergabe aller Farben zu garantieren. Dabei gleichen die standardisierten Farben des Posterbildes nicht zwingend denen des entsprechenden Bildes auf einem Monitor. Dessen Einstellung und die Farbdarstellung der Bildbearbeitungssoftware interpretieren die Farbinformationen der Bilddaten womöglich unter Missachtung der angewendeten Druckstandards.

Als populäres Farbprofil setzen leistungsorientierte Printshops zum Beispiel sRGB IEC 61966-2.1 ein. Diesen Standard respektieren ebenfalls fast alle Digitalkameras, was auch für professionelle Software wie Photoshop gilt. Bilder mit ausschließlicher Graustufeninformation gehorchen oft Gray Gamma 2.2. Eine Nachfrage beim Druckservice empfiehlt sich im Zweifel.

Fazit

Wo früher die Reproduktion von Fotos auf großen Flächen noch eine Herausforderung war, ist der Druck auf großformatigen Postern heute keine komplizierte Wissenschaft mehr. Dennoch sollten einige Aspekte, wie Auflösung und Farbkomposition beachtet werden, damit das Ergebnis noch lange Freude bereitet.

Über den Autor
Stefan Schöpplein arbeitet bei der myphotobook GmbH. Der Fotobuchanbieter wurde 2004 gegründet und ist in über 12 Ländern tätig. myphotobook stellt Kunden auf www.myphotobook.de eine kostenlose Software zur Erstellung personalisierter Fotoprodukte zur Verfügung. Dazu gehören gebundene Fotobücher, Leinwände, Poster, Kalender, Alu Dibonds sowie Einzelabzüge digitaler Fotos

Author's imageStefan Schöpplein
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2 Kommentare

  1. Hallo,

    schöner Artikel, der das Wesentliche zusammenfasst. Vielen Dank dafür.
    Du hast schon einen Hinweis auf die Farbprofile gegeben. Ich finde es zwingend notwendig, dass, für qualitativ hochwertige und vor allem reproduzierbare Drucke, der Monitor kalibriert wird. Ansonsten ist das Ergebnis der Ausdrucke ein Glückspiel.
    Viele Grüße
    Alexander

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