Open Air Events fotografieren: Darauf solltet ihr achten

Die Saison ist eröffnet

Lasset die Spiele beginnen…

Mit dem Frühling beginnt auch wieder die Zeit der Freiluft-Veranstaltungen. Ob Konzert, Oldtimer-Treffen oder Mittelalter-Fest: Zahlreiche Events locken deutschlandweit mit interessanten Motiven. Ich war kürzlich auf den Ritterfestspielen im Schlosspark Bad Bentheim. Im heutigen Artikel möchte ich euch am Beispiel dieser Veranstaltung ein paar Tipps geben, worauf ihr beim Fotografieren achten solltet. Also, viel Spaß beim Lesen…

Planung ist (fast) alles

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Nehmt nicht zu viel sperriges Equipment mit, da man sich meist flexibel unter den Besuchern bewegen muss. Ein Dreibein-Stativ fällt damit im Regelfall aus. Sinnvoll kann es jedoch sein, ein Einbein-Stativ dabei zu haben. Das ist schnell einsatzbereit und stört nicht übermässig, stabilisiert aber dennoch die Aufnahmen. Ich habe zudem immer einen Lenspen dabei, um Schmutzpartikel zwischendurch vom Objektiv zu entfernen. Gerade bei Mittelalter-Festen kann das im Getümmel schnell passieren.

Wenn ihr nur privat fotografiert, ist das kein Problem. Plant ihr jedoch kommerziell zu fotografieren, rate ich euch, das vorab mit dem Veranstalter zu klären. Das spart unnötigen Ärger im Nachhinein.

Ritterfest in Bad Bentheim Ein Highlight von Ritterfestspielen sind zweifelsohne die Kämpfe – sei es Turnierreiten oder Schwertkampf. Meist findet so etwas 2 bis 3 mal täglich statt. Schaut euch also am besten das Programmheft vorher auf der Veranstaltungsseite an, um das nicht zu verpassen. Vor Ort solltet ihr schließlich rechtzeitig an der Arena sein. Ich empfehle ca. 30 Minuten vorher dort zu sein, um einen guten Platz in der ersten Reihe zu bekommen. So könnt ihr sicher sein, dass euch der Blick auf das Schlachten-Getümmel nicht versperrt bleibt.

Das richtige Objektiv

Weitwinkel, Teleobjektiv oder Fisheye? Für mich bleibt da nur eines übrig: das Teleobjektiv. Und das im wesentlichen aus drei Gründen:

  • Mit einem Teleobjektiv könnt ihr auch aus größerer Entfernung unbemerkt fotografieren. Gerade bei den zahlreichen Ständen, die es auf solchen Festen gibt, ergeben sich interessante Motive. Seid ihr zu nah dran, fangen die Leute möglicherweise an zu posen oder wenden sich ab.
  • Ein Teleobjektiv erlaubt euch eine gute Freistellung des Motivs vom Hintergrund. So könnt ihr einzelne Objekte fotografisch gut herauslösen und schöne Bokeh-Effekte erzeugen. Im Ergebnis entsteht ein spannendes Bild.
  • Durch ein Teleobjektiv kommt ihr nah genug an das Motiv heran. Sei es die mittelalterliche Musikgruppe oder der Schwertkampf in der Arena – so könnt ihr einzelne Personen besser herausarbeiten.

Interessante Motive auf dem Event In diesem Zusammenhang sollte das Teleobjektiv möglichst lichtstark sein und eine ausreichende Brennweite mitbringen.

Ich verwende seit einiger Zeit das Canon EF 70-200 4L IS USM. Es deckt einen guten Brennweitenbereich ab und verfügt zudem über einen Bildstabilisator. Das reduziert potenzielle Verwackler zusätzlich. Eine Lichtstärke von f2.8 wäre sicher noch besser, birgt aber auch die Gefahr, dass der Fokus nicht korrekt sitzt, da die Schärfentiefe sehr gering ist. Hier müsst ihr also noch präziser arbeiten.

Autofokus auswählen

Eines vorweg: Seid darauf gefasst, dass ihr jede Menge Ausschuss unter euren Bildern haben werdet. Denn gerade beim Fotografieren von Reitturnieren oder Schwertkämpfen kann es vorkommen, dass der Fokus mal nicht sitzt. Das ist völlig normal. Mit den richtigen AF-Modus Einstellungen könnt ihr die Ausschussquote aber minimieren.

Mittleres AF-Messfeld Zunächst gilt es das korrekte AF-Messfeld auszuwählen, damit sichergestellt ist, dass nur auf diesen Punkt scharfgestellt wird. Ihr solltet also auf keinen Fall alle Messfelder nutzen, da sonst die Kamera nach Belieben entscheidet, auf welchen Teil des Motivs scharfgestellt wird. Ich wähle daher immer das mittlere Messfeld.

Unterstützt eure Kamera eine automatische Schärfenachführung, verwendet diese am besten. Warum? Weil der normale Autofokus, auch bekannt als One-Shot AF, für stationäre Objekte geeignet ist. Da sich in unserem Fall die Objekte bewegen, brauchen wir einen flexibleren Modus. Dafür ist der AI Servo (Canon) bzw. AF-C (Nikon, Pentax, Sony) Modus geeignet. Dieser sorgt dafür, dass der Fokus auf das Objekt gerichtet bleibt, solange ihr den Auslöser halb herunterdrückt. Das heißt, die Scharfstellung folgt dem Objekt auch bei Bewegung.

Belichtungsmodus einstellen

Bevor wir zum Belichtungsmodus kommen noch eine Anmerkung: Stellt den Weißabgleich manuell ein, damit alle Fotos aus eurer Serie das identische Erscheinungsbild haben. Sonst kann es vorkommen, dass bei einem automatischen Weißabgleich manche Bilder eine kalte und andere eine warme Bildtemperatur haben. Bei sonnigem Wetter empfiehlt sich also „Tageslicht“ als Einstellung.

Kampf in der Arena Da wir es beim Fotografieren mit schnellen Bewegungsabläufen zu tun haben, kommt es auf eine kurze Belichtungszeit an. Ich nutze daher den Modus Blendenautomatik (Tv) an meiner Canon 5D Mark II. Hier stelle ich fest die notwendige Verschlusszeit ein, damit die Aufnahmen nicht verwackeln. Zusätzlich schalte ich den ISO-Wert auf automatisch. Das heißt, die Kamera wählt jetzt automatisch die Blende und ISO-Wert aus. Ihr könnt natürlich den ISO-Wert auch manuell festlegen und euch an einen geeigneten Wert herantasten. Bei der Verschlusszeit hab ich gute Erfahrungen mit Werten zwischen 1/640 bis 1/1.000. In den Beispielbildern in diesem Artikel hat die Kamera den Blendenwert meist auf f4 eingestellt (Maximum der oben genannten Canon Linse) und einen ISO-Wert von 400 bis 500 gewählt.

Alternativ ist auch ein Einsatz des manuellen Kameramodus eine Überlegung wert. Dort dann die größtmögliche Blende, z.B. f4 oder f2.8 wählen, die Belichtungszeit auf 1/640 stellen und den ISO-Wert auf automatisch lassen. Dann ändert sich nur der ISO-Wert je nach Bildhelligkeit.

Ihr seht, es führen mehrere Wege zum Ziel!

Fazit

Fotografieren bei den Ritterfestspielen Neben einer guten Vorbereitung und dem passenden Objektiv kommt es vor allem auf die richtigen Einstellungen an eurer Kamera an. Habt ihr die einmal korrekt vorgenommen, steht einem guten Bild nichts mehr im Weg.

Noch ein Tipp zum Schluss: Es kann sinnvoll den Serienbildmodus zu nutzen, um eine schnelle Abfolge von Bildern zu machen. In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich bei manchen Kameras statt in RAW besser in JPEG zu fotografieren. Dann im Regelfall können mehr JPEG Bilder am Stück fotografiert werden bis die Kamera zwischenspeichern muss.

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