Fotografieren bei schlechtem Wetter

Einleitung

Das Wetter lädt nicht immer zu einem Foto-Ausflug ein. Grauer Himmel, strömender Regen und flaue Kontraste – sicher könnt ihr euch bessere Voraussetzungen für ein gutes Bild vorstellen. Doch solltet ihr die Flinte nicht voreilig ins Korn werfen. Denn auch bei schlechtem Wetter ergeben sich spannende fotografische Möglichkeiten. Im Folgenden gebe ich euch ein paar Tipps, wie ihr das Beste aus einem verregneten Tag macht.

Akzente setzen

Fotografieren bei schlechtem Wetter Auch bei grauem, regnerischen Wetter könnt ihr interessante Motive finden. Dabei solltet ihr gezielt nach Objekten suchen, die sich von der Gestaltung, Form oder Farbgebung vom tristen Einerlei abheben. Denn auf diese Weise gelingt es, Akzente zu setzen und dem Bild einen unverwechselbaren Look zu geben. Habt ihr dieses Motiv gefunden, könnt ihr überlegen, ob sich in der anschließenden Bildbearbeitung die besonderen Charakteristika weiter herausarbeiten lassen. Im Beispielbild habe ich die Farben zusätzlich reduziert und das Rot in den Mittelpunkt der Bildkomposition gestellt.

Dramatik erzeugen

Fotografieren bei schlechtem Wetter Ich brauche mehr Drama! Gemäß diesem Motto bietet es sich an, die Bildstimmung in ausgewählten Teilen zu betonen. Bestens dafür geeignet sind Wolken. Unmittelbar vor oder nach einem Regenguss sieht der Himmel dabei am beeindruckendsten aus. Beachtet beim Fotografieren, dass es zu starken Kontrastunterschieden zwischen Himmel und Boden kommen kann. Dann solltet ihr entweder eine Belichtungsreihe anfertigen oder einen Grauverlaufsfilter benutzen, um den Himmel zu betonen. Im fertigen Bild kann in der Nachbearbeitung noch der Kontrast verbessert werden. Das ist gerade bei Wolken sinnvoll, um die einzelnen Strukturen herauszuarbeiten und das Ganze noch etwas bedrohlicher erscheinen zu lassen.

Schattenspiele

Fotografieren bei schlechtem Wetter Wie heißt es so schön: Nachts sind alle Katzen grau. Das gilt auch für die Bildstimmung bei schlechtem Wetter. Dann verschwimmen Formen und Farben. Doch das Ganze hat auch etwas Positives. Wenn Teile des Motivs im Nebelgrau verschwinden, ist das manchmal die beste Voraussetzung für ein einmaliges Foto. Wo strahlenden Farben bei Sonnenschein für Brillanz und eine meist gleichmäßige Ausleuchtung sorgen, erlaubt Grau in seinen verschiedenen Abstufungen eine Art Schattenspiel. Dann schlägt die Stunde für Schwarz-Weiß-Aufnahmen, wie das Beispielbild zeigt, welches ich während einer verregneten Tages auf einer Schiffsreise durch Norwegens Fjorde aufgenommen habe.

Der Regen ist dein Freund

Fotografieren bei schlechtem Wetter Ist der Sturm vorüber und der Regen hat sich gelegt, ist das der perfekte Augenblick mit der Kamera loszuziehen. Denn jetzt herrscht oft eine einmalige Stimmung. Der frisch gefallene Regen glitzert in der Sonne und sorgt dafür, dass Farben und Kontraste stärker zum Vorschein kommen. Dabei lohnt sich der Blick fürs Detail. Gerade Pflanzen sehen jetzt interessant aus und sind mit Regentropfen versehen ein schönes Motiv. An dieser Stelle solltet ihr mit der Schärfentiefe spielen. Dadurch lassen sich Bildbereiche betonen und ihr könnt das Auge des Betrachters besser führen.

Schützt eure Ausrüstung

Wenn es regnet, solltet ihr natürlich auch an eure Ausrüstung denken. Ist eure Kamera spritzwassergeschützt, gibt es meist keine Probleme. Doch nicht jeder Fotoapparat ist entsprechend abgedichtet. Dann solltet ihr euch möglichst einen trockenen Unterstand suchen oder eure Kamera mit einem Regenschutz versehen. Entweder nehmt ihr eine transparente Tüte oder kauft euch entsprechendes Zubehör. Der Handel bietet einfache Varianten und auch kostspielige, flexible Lösungen an.

Fazit

Trotzt dem Regen!

Schlechtes Wetter bedeutet nicht automatisch schlechte Bilder. Sei es eine Pfütze, die Spiegelungen des Motivs einfängt oder der Nebel, der sich eindrucksvoll über die Landschaft ausbreitet – es kann sich lohnen, auch bei grauem Wetter die Kamera einzupacken und auf Entdeckungstour zu gehen. Übrigens: Wenn die Sonne mal nicht scheint, kann das auch etwas Gutes haben. Denn störende Schatten, die sich bei Sonnenschein auf wichtige Bildbereiche legen können, sind jetzt passé.

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