Die Basics der Produktfotografie

Gastartikel: Geschrieben von Frank Schneider

Produktfotografie: Wichtige Aspekte für die naturgetreue Abbildung von Gegenständen

Gegenstände ins rechte Licht zu rücken, kann eine Herausforderung sein, der sich nicht nur Werbefotografen gerne stellen. Auch leidenschaftliche Hobbyfotografen packt der Ehrgeiz, wenn es darum geht, Objekte in Bezug auf ihre Form, Farben und Materialien möglichst realitätsnah darzustellen. Wenn ihr ein gutes Produktfoto machen möchtet, sollte es außerdem den Betrachter ins Bild holen. Dies ist besonders schwierig, weil es sich um ein lebloses Objekt handelt, das im Gegensatz zu Lebewesen keine Stimmung erzeugen kann. Daher solltet ihr bei der Produktfotografie vor allem auf den Aufbau und das Licht ein besonderes Augenmerk werfen.

Solide Grundlage: Der richtige Aufbau

Bevor ihr beginnen könnt, euren Gegenstand zu fotografieren, müsst ihr für ihn eine ideale Umgebung schaffen. Wenn ihr ein eigenes Studio habt, wird es nicht schwer sein, einen geeigneten Platz zu finden, an dem ihr das Objekt in Szene setzen könnt. Grundsätzlich ist es wichtig, dass ihr ausreichend Platz zum Arbeiten habt. Darüber hinaus solltet ihr Folgendes zur Verfügung haben:

  • Tisch oder Arbeitsfläche, die ihr in der Höhe verändern könnt
  • Hohlkehle oder Lichtzelt
  • Stativ

Produktfotografie im Studio Wenn ihr kein eigenes Studio oder kein separates Zimmer zum Fotografieren habt, könnt ihr den Tisch auch frei in einen Raum stellen. Entscheidend ist, dass ihr einen ruhigen Hintergrund habt, damit der Gegenstand richtig zur Geltung kommen kann. Durch die Hohlkehle ist dies unkompliziert möglich. Sie dient außerdem dazu, das Licht zu leiten und für eine optimale Ausleuchtung zu sorgen. Diese könnt ihr aus einer Rolle weißem Papier machen, die abhängig von der Größe des Gegenstands, den ihr fotografieren möchtet, eine Mindestmaß von DIN A3 besitzen sollte. Die Hohlkehle baut ihr, indem ihr die Rolle auf euren Tisch legt und so nach oben abrollt, dass eine Kurve entsteht. Anschließend fixiert ihr sie mit Klebeband oder Tesafilm auf dem Tisch und zum Beispiel an der Wand, vor welcher der Tisch steht. Achtet darauf, dass ein weicher Bogen entsteht und kein Knick oder 90-Grad-Winkel vorhanden ist.

Ob ihr ein Stativ verwendet oder nicht, ist Geschmackssache. Jedoch erleichtert es euch das Arbeiten, weil ihr die Position des Gegenstandes und den Aufbau unkompliziert verändern könnt und eure Kamera nicht jedes Mal irgendwo sicher ablegen müsst.

Herausforderung „Licht“

Licht und Spiegelungen in der Produktfotografie Wenn ihr einen Gegenstand fotografieren möchtet, spielt die Beleuchtung eine wichtige Rolle. Denn seine Oberflächen, ob metallisch, glatt oder strukturiert, werden das Licht stets auf bestimmte Weise reflektieren. Nutzt ihr zum Beispiel einen normalen Blitz, wenn ihr einen metallischen Gegenstand aus nächster Nähe fotografiert, passiert es in den meisten Fällen, dass dieser durch Lichtreflexe schlecht zu erkennen ist. Zudem entstehen meist Schlagschatten und es fehlen Modulation sowie Tiefe.

Daher schwören manche Fotografen auf die Beleuchtung mittels Taschenlampen und Baustrahlern, andere auf den Einsatz von Tageslicht. Als hilfreich gelten außerdem Spiegel. Diese könnt ihr neben euren Gegenstand platzieren und so das Licht gezielt darauf lenken. Je nachdem, ob ihr große, kleine, konkave, konvexe, matte oder glänzende Spiegelflächen verwendet, ist der Effekt ein anderer.

Lest hier, wie ihr ein Studio zur Produktfotografie aufbauen könnt.

Am besten ist es, ihr probiert verschiedene Beleuchtungsvarianten aus und entscheidet euch für die, die für euch am besten funktioniert beziehungsweise den Gegenstand – im wahrsten Sinne des Wortes – ins beste Licht setzt. Ein weiterer Tipp ist die Verwendung von Diffusoren, die verhindern, dass auf euren Fotos zu harte Schattenwürfe entstehen. Wenn ihr das richtige Licht gefunden habt, geht es ans Ausprobieren. Denn nun müsst ihr „nur“ noch den richtigen Abstand, die passende Lichtmenge und Position finden. Dies erfordert ein wenig Zeit und Geduld. Jedoch könnt ihr den richtigen Aufbau auch für weitere Produktfotos verwenden. Notiert ihn euch oder fotografiert ihn einfach.

Wenn ihr die Tipps für diese Basics berücksichtigt, habt ihr eine gute Ausgangsposition, um Gegenstände realitätstreu zu fotografieren. Weitere Informationen und Tipps rund um die Produktfotografie findet ihr im kostenlosen eBook „PRODUKTFOTOGRAFIE Produktbilder einfach zu Hause fotografieren“ vom Profifotografen Eberhard Schuy.

Über den Autor
Der ausgebildete Fotograf Frank Schneider hat sich auf die Bereiche Objekt- und Produktfotografie spezialisiert und ist als selbständiger Berater für Online-Shops tätig. Daneben schreibt er als Experte für bekannte Onlineportale und Fachverlage zum Thema Produktfotografie.

Frank Schneider

Bildnachweise:
© Jan Schneckenhaus / Shutterstock, © Chonnajak / shutterstock, © Rogério Andrade / shutterstock

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