Schluss mit Datenverlust: Bilder richtig sichern

Einleitung

Schluss mit Datenverlust!

Als Fotograf sind die eigenen Bilder das höchste Gut. Und nicht nur das: Auch andere wichtige Dokumente und Dateien sollten sicher aufbewahrt werden. Deshalb solltet ihr von Anfang an auf eine gut durchdachte Backup-Strategie setzen. Denn das Worst-Case-Szenario Datenverlust macht nicht nur die eigene Arbeit zunichte, sondern führt auch beim Versuch der Wiederherstellung meist zu hohen Kosten. In diesem Artikel möchte ich euch daher meine Vorgehensweise für das Backup und Restore von Bildern und anderen Dateien erläutern sowie mögliche Alternativen vorstellen.

Im Fokus steht dabei die Vermeidung eines sogenannten Single Point of Failures. Das heißt, der Ausfall einer einzelnen Komponente sollte nicht zum Totalverlust all eurer Bilder führen. Im Idealfall erreicht man das durch eine redundante, sprich doppelte, Auslegung aller verbauten Komponenten. Dies lässt sich natürlich nicht immer gewährleisten.

Die folgenden drei Schritte sollen euch eine kleine Hilfe bei der Umsetzung der eigenen Datensicherung geben. Und wie so oft gilt: Viele Wege führen nach Rom. Es gibt also durchaus noch andere Wege, seine Daten zu sichern. Auf einige Alternativen gehe ich am Ende des Artikels ein.

Schritt 1: Trennung der Inhalte

Ein erster, einfacher Punkt ist die Trennung von System- und Arbeitsdaten. Und zwar auf physikalisch getrennten Festplatten. Das hat neben Sicherheitsgründen auch eine bessere Performance zur Folge. Ich nutze als Systemplatte eine SSD der Firma Samsung. Hier befindet sich das Betriebssystem und die Bildbearbeitungssoftware. Die Zugriffe und Programmstarts erfolgen sehr schnell – hier kann eine SSD gegenüber einer klassischen Festplatte ihre Vorteile ausspielen.

Daten im RAID ablegen Die Arbeitsdaten, sprich Bilder, liegen auf einem RAID 1 – Laufwerk. Das sind zwei klassische Festplatten, welche gespiegelt sind. Dabei werden die Inhalte der einen Festplatte immer identisch auf der zweiten Festplatte vorgehalten. Auf diese Weise bietet der Mechanismus ein hohes Maß an Sicherheit, da erst ein Totalausfall beider Platten zum Datenverlust führen würde. Daher ist ein RAID 1 aus Sicherheitsgründen stets einem RAID 0 vorzuziehen, wo Festplatten nur zur Steigerung der Geschwindigkeit zu einem Verbund kombiniert werden.

Ihr solltet beachten, dass eine Spiegelung keine Datensicherung ersetzten kann. Denn beispielsweise durch Viren oder eigenes Verschulden beschädigte Bilder wären trotzdem verloren und könnten nicht wiederhergestellt werden. Die Spiegelung ist dann zwar intakt, aber nicht eure Daten.

Schritt 2: Datensicherung

Fotos extern sichern Nachdem wir uns um die Trennung der Inhalte gekümmert haben, werfen wir jetzt einen Blick auf die eigentliche Sicherung eurer Bilder. Dazu gehe ich auch wieder zweigeteilt vor. Die Systemdaten, also Betriebssystem und Anwendungen, werden regelmäßig in einem sogenannten Image gesichert. Ein Disk Image ist ein 1:1 Abbild einer gesamten Festplatte bzw. Partition in einer einzelnen Datei. Diese Datei könnt ihr dann beispielsweise auf einer anderen Festplatte ablegen. Ich lege meine Images immer auf einem Synology NAS ab – ein zentraler Speicher im heimischen Netzwerk. Dazu verwende ich eine DS1813+ mit 8 Laufwerkseinschüben. Damit die Daten dort sicher sind, kommt ein RAID 6 zum Einsatz. Das heißt, es besteht doppelte Redundanz, so dass bis zu 2 Festplatten ausfallen können, ohne dass ein Datenverlust eintritt.

Im Falle eines Problems, z.B. einem Hardwaredefekt eurer Systemplatte, kann das gesamte Image vom NAS wiederhergestellt werden. Das geschieht dann meist über eine Rettungs-CD oder USB-Stick. So ist euer System in kürzester Zeit wieder einsatzfähig. Eine Software, mit der sich solche Images gut anlegen und wiederherstellen lassen, stammt von der Firma Acronis. Die Lösung True Image ermöglicht die manuelle oder zeitgesteuerte Erstellung von Images und auch die Rücksicherung des gesamten Images oder nur einzelner Dateien. Mir hat die Software schon öfter eine Menge Arbeit und Zeit gespart.

Synchronisieren von Bildern Meine Bilder sichere ich von den Arbeitsplatten ebenfalls automatisiert auf das angeschlossene Synology NAS. Mittels der Software Synchredible der Firma Ascomp werden meine Fotos in regelmäßigen Abständen gesichert. Dabei werden nur geänderte Inhalte übertragen, was die Backupzeit reduziert. Das Ganze funktioniert denkbar einfach: In der Software legt ihr eine Aufgabe zur Sicherung bestimmter Ordner an, bestimmt einen Intervall und definiert das Ziellaufwerk. Bei mir werden auf diese Weise alle 10 Minuten geänderte Bilder auf das externe Laufwerk synchronisiert. Ihr könnt auch bestimmte Ordner oder Dateitypen von der Sicherung ausschließen. Das Backup geschieht im Hintergrund ohne weiteren Eingriff des Anwenders.

Zusätzlich werden noch die wichtigsten eigenen Dateien mit dem Dateiversionsverlauf von Windows auf dem NAS gesichert. Damit ist es sogar möglich, verschiedene Versionen einer Datei aufzubewahren. Im Falle eines Datenverlustes oder dem versehentlichen Überschreiben einer Datei, könnt ihr so zu einer beliebigen Version zurückgehen und diese wiederherstellen.

Schritt 3: Langzeitarchivierung

Nachdem die System- und Arbeitsdaten jetzt gesichert wurden, ist es an der Zeit über eine längerfristige Aufbewahrung nachzudenken. Dazu nutze ich optische Datenträger. Damit habe ich eine zusätzliche Sicherung gegenüber den verwendeten Festplatten. Denn auch Festplatten können aufgrund ihrer beweglichen Elemente nach einigen Jahren Probleme machen.

Fotos auf Blu-ray brennen Früher reichten für eine Sicherung auf optischen Datenträgern noch DVDs aus. Doch die explodierenden Datenmengen, insbesondere bei Verwendung von RAW-Bildern und Kameras im zweistelligen Megapixel-Bereich, machten für mich die Suche nach einer Alternativ notwendig. Ich entschied mich daher für Blu-ray. Je nach Medientyp, also Single Layer oder Double Layer, bekommt ihr 25 oder 50 Gigabyte an Daten auf eine Scheibe. Das ist ein Vielfaches gegenüber einer DVD. Als Brennsoftware könnt ihr zum Beispiel BurnAware nutzen.

Ein Hinweis an dieser Stelle: Auch Blu-rays speichern Daten nicht auf Ewigkeit zuverlässig. Denn sie unterliegen auch bei guter Lagerung (kühl, kein Licht) einem Alterungsprozess. Daher solltet ihr euer Blu-ray Bildarchiv von Zeit zu Zeit prüfen und alte Datenträger gegebenenfalls neu brennen.

Alternativen

Das von mir vorgestellte Szenario stellt in Summe eine recht leistungsfähige Lösung dar. Für kostenbewusste Anwender kann es aber durchaus interessant sein, an der ein oder anderer Stelle von meinen Empfehlungen abzuweichen. So könnt ihr statt dem externen NAS-Speicher auch eine große USB-Festplatte verwenden. Oder ihr schaut euch bei den großen NAS-Herstellern nach einem preiswerteren Modell um. Namhafte Hersteller wie Synology oder QNAP bieten zahlreiche Modelle, die den verschiedenen Ansprüchen hinsichtlich Verfügbarkeit und Flexibilität genügen.

Bilder in der Cloud sichern Eine weitere Alternative ist die zusätzliche Speicherung eurer Daten in der Cloud. Damit liegen die Daten räumlich getrennt, was ein weiterer Sicherheitsaspekt sein kann. Hier gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter, welche diesen Cloud Storage anbieten. Eine günstige Möglichkeit ist beispielsweise Amazon Glacier für 0,01 USD pro Gigabyte pro Monat. Hier liegt die reine Speicherung im Fokus, weshalb Zugriffszeiten bei der Rücksicherung länger sind. Weitere Anbieter, bei denen sich ein Blick lohnt, sind Crashplan oder Mozy. Insbesondere Crashplan ist einen Blick wert, da hier die Übertragung und Speicherung der Daten verschlüsselt erfolgt.

Ich empfehle euch die Leistungen zu vergleichen. Aspekte wie Verfügbarkeit eurer Daten und Zuverlässigkeit der Datenhaltung des jeweiligen Anbieters sollten berücksichtigt werden. Insbesondere was die Preise angeht, lohnt sich ein Blick in die unterschiedlichen Tarife. Denn oft unterbieten sich die verschiedenen Cloud Provider auf der Suche nach Kunden gegenseitig.

Fazit

In diesem Artikel stelle ich euch das Backup in der Cloud ausführlich vor.
Ein durchdachtes Konzept zur Datensicherung sollte für jeden Anwender zum Standard-Repertoire gehören. Denn Vorbeugen ist billiger als im Schadensfall ausgeliefert zu sein. Eine Kombination aus verschiedenen Mechanismen und unterschiedlichen Speichermedien verspricht dabei die höchste Sicherheit. Ihr solltet anhand der Menge eurer Daten, deren Bedeutung und dem zur Verfügung stehenden Budget eine für euch geeignete Strategie festlegen.

Ein letzter Punkt: Die beste Datensicherung ist nutzlos, wenn die Rücksicherung nicht funktioniert. Daher solltet ihr unbedingt die gesicherten Daten hinsichtlich der Wiederherstellbarkeit von Zeit zu Zeit überprüfen. Nur so könnt ihr sicher sein, dass das Backup im Notfall auch funktioniert.

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1 Kommentar

  1. Gute Tipps.
    Wir sind bei der Langzeitarchivierung weg von den optischen Medien. Der Brennvorgang mit allen Vorbereitungen dauert für uns zu lang.
    Wir speichern die ausgewählten RAW Bilder auf mehreren 3TB Festplatten (3fach gesichtert), die in einem B&W Outdoorkoffer in einer anderen Wohnung lagern. Die Festplatten werden nur bei der Sicherung angeschlossen, laufen somit nicht die ganze Zeit. Nach einer bestimmten Zeit werden die Festplatten ausgetauscht. Für uns hat sich das als gutes System herausgestellt.

    Viele Grüße

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